|
14. Februar 2012

Impressum
| |
|
|
Wieviel
Stress verträgt ein Hund?
|
| |
|
Jeder
von uns kennt es: Die Zeit drängt! Viele Termine schwirren im Kopf
herum! Gerade ist die Milch übergekocht, der Braten angebrannt, die
Sprudelflasche heruntergefallen und explodiert, o.ä.…… Und dann
klingelt das Telefon. Die Zeit ist knapp, aber…… . Und nun noch
schnell mit den Hunden vor die Türe, denn gleich kommt der
Besuch………………..
Wieviel
Freude haben meine Hunde nun während des Spazierganges? Na? Natürlich
keine! Man hat kapiert „die lassen wir besser ganz in Ruhe“
(Explosionsgefahr!). Die Aufforderung zum Ballspielen, vorne Tiefgang -
Popo gegen Himmel gestreckt? Lassen wir besser! Der Kumpel hat auch
keine Lust. Schließlich wollte er eben noch Frauchen bei der Reinigung
des Küchenbodens helfen….?! Das hat sie ganz missverstanden! Und so
rasen Mensch und Hund durch die Gegend. Mit irgendetwas muss Hund sich
beschäftigen…. Kuhfladen? Die sind gerade neu im Programm! Schön
frisch………! Nein, war nicht gut! Vielleicht verschwindet Hund
lieber im Gebüsch (da sieht sie mich wenigstens nicht)…. Ohhhhhhhh!
Oder er trottelt demütig neben mir her (was habe ich denn nur
ausgefressen?). Wie wirkt unser eigener Stress auf unsere Hunde? Wie
besonders auf einen Welpen? Jeder Hund/ Hovawart geht auf seine eigene
Weise mit Stress um. Er zieht sich unsicher zurück? Zeigt ein unterwürfiges
Verhalten? Bleibt er wirklich unbeeindruckt? Oder wird er hektisch?
Zeigt sein Verhalten aggressive Züge (angstsuggestives Verhalten)?
|
| Stress
ist für jedes Lebewesen überlebenswichtig! Er beginnt schon vor der
Geburt, die durch Stress eigentlich in Gange kommt. Sprechen wir wieder
über den Hund und seinen „Schritt“ ins Leben. Die geburtsauslösenden
Wehen werden, will man es simpel beschreiben, durch den 1. geburtsreifen
Welpen ausgelöst. Ihm wird die „Luft zu dick“. Stress ist die
Folge. Dieser Stress fordert die Hormone auf, die schließlich die
Geburt in Gange bringen. Vergleicht man den Welpen mit einem
Menschenkind, das Leben stellt an ihn weitaus höhere Anforderungen. In
nur wenigen Wochen muss er „auf eigenen Beinen“ stehen können. Er
lernt und lernt und lernt…., von seiner Mama, seinen Geschwistern,
seinem Züchter. Wird im jedoch zuviel abverlangt, z.B. von seiner Mama,
die kein gutes Aufzuchtverhalten (sprich Wesen) zeigt, von seinen
Geschwistern (am Futternapf, im Spiel) oder auch von seinem Züchter,
dessen Welpen durch falsche Prägung (auch Überforderung) mehr in ihrer
Wesensentwicklung gestört werden können, als Welpen an die keinerlei
Anforderungen gestellt werden. |
|
Besonders
die Lebensgeschichte eines einstigen Sorgenkindes zeigte einmal mehr,
was es für einen Welpen bedeutet, falsch verstanden zu werden. Seine
ganzen, vom Besitzer geschilderten, auffälligen Verhaltensweisen
basierten einzig und alleine auf, durch diese Missverständnisse
zwischen Mensch und Hund, hervorgerufenen Stress.
Nicht
nur Welpen und Junghunde
leiden unter derartigen „Missverständnissen“, sondern auch der
bereits erwachsene Hund. Jedoch kommt der Prägung in den ersten
Lebensmonaten eines Hundes ganz sicher die wichtigste Bedeutung zu.
Nehmen wir
unser anfangs genanntes Beispiel: Ich (sie, er, es) stehe unter
Zeitdruck, bin nervlich/ körperlich/ gesundheitlich/ ect…… überfordert.
Wie gehen meine (Ihr/e) Hund/e damit um? |
 | Hundi
zieht sich zurück und wartet bis der „Sturm“ vorüber ist. |
|
 | Schlappi
weicht nicht von meiner Seite, versucht mir zu gefallen, ist
verunsichert (erscheint schuldbewusst). |
|
 | Bübi
reagiert mit Auffälligkeiten, indem er im gesamten Garten von vorne
bis hinten markiert. |
|
 | Doggi verfällt
in eine Zerstörungswelle und die zarte |
|
 | Mausi
droht knurrend (wem auch immer). |
|
|
| Das
heißt, jeder dieser Hunde (egal welcher Rasse) reagiert anders und
verarbeitet die für ihn nicht verständliche Situation auf seine Art.
Jedoch sind alle Reaktionen stressbedingt. Häufen sich solche
Situationen, können sie der Hund-Mensch-Beziehung sehr schaden. |
| Je
höher die Reizschwelle eines Hundes ist (gemeint ist nicht das
Temperament!), desto weniger wird er auf meine „Patzer“, denn ich
„Mensch“ verhalte mich in den Augen meines Hundes falsch, reagieren.
Besitzt er nur wenig Selbstvertrauen, bemüht er sich meine (für ihn
vermeintlich ihn betreffende) Reaktion (schimpfen, scheppern, ablehnend
sein) zu „beeinflussen“, was ihm natürlich nicht gelingt. Somit
reagiert er nicht, wie von ihm erwartet (gibt Ruhe), sondern er wird
„kopflos“ (s.o.). |
| Während
unserer Wanderungen, Treffen, Körungen, etc. zeigen sich sehr deutlich
viele Situationen, in denen eine Mensch-Hund-Beziehung „knistert“.
Wie: |
| Ein
Hund-Mensch-Team stellt sich zur Körung vor. Die Menschenstirn zeigt
Zornfalten. Die Körperhaltung des Hundes teilt mit, „Ich habe Mist
gebaut“ (heute morgen beim ersten Spaziergang) „und ich fühle mich
nicht wohl“. Während des ganzen Körablaufes läuft Hund wie ein geprügelter
Knabe, weil Mensch „sauer“ ist. Was auch immer Hund ausgefressen
haben mag, vielleicht ist der Ärger des Menschen berechtigt?! Aber
hier, während einer Prüfung war dessen Verhalten falsch! Wie kann ich
in diesem Moment meinem Hund vermitteln, dass er seine Sache (hier und
jetzt) richtig macht? Wäre es nicht besser…………? |
| Mehrere
Hund-Mensch-Teams treffen sich zum Hundespaziergang. Die jungen Hunde
sind, wie immer, für die ersten Minuten außer Rand und Band. Der eine
(je nach Tageslaune) mehr, der andere weniger. Die „Tageslaune“ ist
bereits bei der Ankunft am Treffpunkt ersichtlich und verspricht
„Spannung“. Je nach |
| Zusammensetzung
der Teilnehmer (Mensch wie Hund) sind solche Treffen „anstrengend“,
weil diese Spannung, die alleine von einem Team mitgebracht und nicht
abgebaut werden kann, sich auf die übrigen Hunde, mitunter auch auf die
Menschen, überträgt. Dies führt zu „Übersprungshandlungen“ der
Hunde, die sich in allen möglichen Verhaltensweisen, bis hin zum
Aggressionsverhalten, widerspiegeln. |
|
Nun
fragen wir doch einmal unseren Welpen, der sich in sein neues Zuhause
einleben muss. Die ersten Erlebnisse in seinem neuen Zuhause bestimmen
das zukünftige Miteinander. Der Welpe (es ist ein Baby!!!!) muss sich
in seiner neuen Familie, mit der „Haus- und seiner Rangordnung“
zurechtfinden.
 |
Das
Futter mag ich nicht mehr teilen. Das Leckerli (Hundekuchen,
Knochen, Trockenpansen, etc.) erst recht nicht. Das Kotelett auf der
Küchenablage kann „ich“ springend erwischen. Die Schuhe in der
Diele? Warum liegen sie so herum?
|
 |
Pippi mache ich da, wo ich
gerade nicht liege. Und warum regen sich alle auf, wenn ich ihnen
verständlich machen möchte, dass ich nicht teilen, nicht auf
meinen Liegeplatz Pippi machen aber viel spielen will???????? |
 |
Vielleicht hat der eine oder
andere Mensch in der Familie auf einmal Angst vor mir? Vor meinen
winzig kleinen Zähnen? Ja bitte, womit soll, ich mich denn verständigen,
wenn niemand meine Körperhaltung (angelegte Ohren, zur Seite
geduckt, eingezogene Rute, Schnauzelecken) versteht? Es versteht
mich niemand!? Ich kann nicht sprechen! |
|
| Jeder
Welpe bringt eine „Grundausbildung“ mit. Diese ist im Wesentlichen
abhängig von der Erziehung, die er in der Welpenkiste durch seine Mama,
Geschwister und durch die Züchterfamilie genossen hat, aber auch von
den genetischen Voraussetzungen. D.h. auch in einem Wurf gibt es
grundverschiedene Charaktere (es sei denn intensive Inzucht schließt
dies aus). |
| Unter
guter Beobachtung, wie sie in unserer Familienaufzucht eigentlich
selbstverständlich sein sollte, finden sich bereits in den ersten
Lebenswochen einige Anhaltspunkte dafür, wie belastbar ein Hundekind
sein wird. Dies bestätigt sich nicht nur an der „Milchbar“, sondern
auch am Futterring, im Spiel, in ungewohnten, also neuen, Situationen.
Es finden sich immer „forsche“ Entdecker, die allen voran alles Neue
erkunden und jede Situation meistern. Schon mit 2 Wochen wird geknurrt,
die „Beute“ (u.a. die Geschwister) geschüttelt. Es ist bekannt,
dass längst nicht alle (vermeintlichen) Drohgebärden eines Hundes tatsächlich
eine Aggressionsbereitschaft darstellen. Aber sie finden immer häufiger
als Überreaktion bei wenig belastbaren Hunden ihre Bedeutung. Es ist
der Züchter, der bereits bei seinen Welpen solches Verhalten für die
Zukunft in die gewünschte Richtung lenkt, es bestätigt oder
unterbindet. Ebenso wie er, mit der Auswahl des für jedem einzelnen
Welpen richtigen neuen Zuhause, mit verantwortlich ist für seine Zukunft. |
|
Ob
anlässlich von Wurfkontrollen, später folgenden Körungen,
Wanderungen, oder den Beobachtungen im eigenen Rudel, es zeigt sich,
dass die meisten körperlich und geistig „schwerfälligeren“
Hovawart-Hunde weitaus weniger stressanfällig sind, als gleichaltrige
feingliedrige und/ oder mit einem „weiteren Horizont“ ausgestattete
Artgenossen. Je sensibler ein Hund ist, desto aufnahmefähiger ist er
für alle „Reize“, die er unter falschen Voraussetzungen nicht alle
wird verarbeiten können. Er wird „überreizt“! Auch hier ist wieder
„sein Mensch“ prägend, da ja dieser die entsprechenden
Voraussetzungen, bewusst oder unbewusst, schafft.
|
|
| Wie
definiere ich Stress? Was bedeutet es, Stress zu haben? Nicht nur für
den Hund, sondern auch für uns Menschen ist die Bedeutung von Stress
ganz in den alltäglichen Vordergrund gerückt. Wobei der Begriff selbst
weit gefasst ist. Stress „treibt“ ein Lebewesen zu einer Handlung,
bevor sein Großhirn eine Situation (z.B. akute Gefahr) registrieren
kann und „zum Umsetzen“ anregt. Dies gilt im positiven wie im
negativen Sinne. Er stellt nichts anderes dar, als die Reaktion eines Körpers
in einer jeden Situation, die vorrangig zur Erhaltung eines Lebewesen
erforderlich ist. |
| Es
soll hier nicht erklärend auf die Rolle der zuständigen Hormone
(Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol) eingegangen werden. Diese
„Stresshormone“ haben die Funktion in Sekundenschnelle alle
Energiereserven des Körpers freizusetzen. Jeder kennt die witzigen
Adrenalinsprüche und weiß, dass tatsächlich allem voran Adrenalin
blitzschnell Reaktionen auslöst: Stress im positiven und negativen
Sinne! Vergleichen wir die Reaktion unseres Körpers auf eine urplötzlich
auftretende Schrecksituation, mit der auf eine besonders erfreuliche Überraschung. |
| Denken
wir |
 | an eine
bevorstehende Prüfung, auch wenn sie nicht unbedingt
lebenserhaltend ist. |
|
 | an die
Schrecksekunde, durch eine urplötzlich auftretende bedrohliche
Situation, z.B. im Straßenverkehr. |
|
 | an das unbändigende
Glücksgefühl nach einem besonders schönen Moment, z.B.
nach einer erfolgreich abgelegten Prüfung. |
|
| Sämtliche
ähnliche Befindlichkeiten werden durch
(Stress)hormone angetrieben.
So kann Stress zu positiven und lebenswichtigen Leistungen „beflügeln“,
aber auch ebenso zu übereilten Reaktionen (psychische und physische
Leistung), sowie zum völligen Versagen führen. |
|
| Welche
Bedeutung hat Stress für einen Hund? |
| Erinnern
wir uns: Stress ist bereits für jede Geburt erforderlich. Jedoch
spricht man heute von „Stress“, ist kaum die „gesunde“ sondern
die bedrückende, auffällige Form gemeint. Gerade in der heutigen Zeit,
in der zum Einen wir als Hundeführer vom Gesetzgeber zur Verantwortung
herangezogen werden (große Rasse), und
zum Anderen die täglichen (Reiz)-Angebote an unsere Hunde überhand
genommen haben, ist es nicht so einfach, einen Hund einfach nur „sein
Leben leben“ zu lassen.
|
| Ich
erinnere mich meiner Jugendzeit, in der die verschiedensten Hunde in
unserem kleinen Ort, soweit es ihnen möglich war, jede Gelegenheit
nutzten, ihrem langweiligen Dasein (Hof- und/ oder Kettenhund) zu
entkommen. Fand sich ein solcher Ausreißer schließlich wieder auf
seinem Hof ein, so wurde er mit wenigen Worten (da bist du ja wieder)
bedacht. Vielleicht gab es aber auch einen Tritt, zur Ermahnung. Aber,
ein solcher Hund hatte nur dann „Stress“ wenn sich, in seinem Sinne,
jemand auffällig auf seinem Hof (Hova) verhielt und er nicht seinem
„Instinkt“ nachgehen konnte (z.B. angekettet). Er konnte ohne große
Aufregung den lieben langen Tag vor sich hindösen. Es kamen Menschen
auf seinen Hof (fast immer
die gleichen). Sie schenkten ihm meistens keine Beachtung. Er erfüllte
seine Dienste indem er Besuche bellend anmeldete, und lebte zufrieden,
so gut es ihm möglich war. Er kannte keinen anhaltenden Straßenlärm,
keine Fußgängerzone, keinen Urlaub, keine Geschäfte. Er kannte keinen
„wirklichen“ Zwang. Für ihn war die Kette/ der Zwinger/ der Stall
normal! Er
entschied selbst, wann er sich in seine Hütte zurückzog, oder wann ihn
die unbekannte „weite Welt“ seines eigenen Dorfes lockte. Glücklich?
Nach unserem heutigen Ermessen kaum! Nach seinem (da er es nicht anders
kannte) - sicher! Stressfrei? Ganz sicher! |
| Denken
wir an die vielen Hunde, die von sich Reden machen, indem sie mit unermüdlichem
Gebell auf jede sich bietende Gelegenheit (oder einfach aus Langeweile)
reagieren. Sie bellen nicht, um einen Fremdling anzumelden, oder weil
sie Hunger und Durst plagt. Sie bellen aus den verschiedensten Gründen.
Oftmals aber nur, weil sie gelernt haben, dass sie so Beachtung finden. |
| Wann
bellte einer dieser Hofhunde? Es fragte niemand danach, warum die Hundehütte
leer, ob der Hund entlaufen war. Oder ob wir Kinder aus dem Dorf ihn
gerade zu einem Waldmarsch entführt hatten. Niemand verlangte von ihm,
dass er sich mit den verschiedensten Artgenossen vertragen, sie
akzeptieren musste. Hätte man einen solchen erwachsenen Hund mit in
eine Fußgängerzone, einen Bahnhof, eine Gaststätte genommen, er wäre
wahrscheinlich einer solchen völlig neuen Situation mit großer
Vorsicht, aber kaum ängstlich begegnet, da er gewohnt war, ohne die
„Gehhilfe“ seines Menschen zurecht zu kommen. |
|
Anders
heute! Unser Einfluss auf unsere Hunde ist von Geburt an maßgeblich für
ihre weiter Entwicklung.
|
|
Nehmen
wir hier zur Erklärung, wieder unsere damaligen Stall- bzw. Hofhunde
als „Hilfsmittel“. Die Geburt eines Wurfes erfolgte unter
„Ausschluss der Öffentlichkeit“, sprich in irgendeinem entlegenen
Winkel des Hofes, der bereits Tage zuvor von der Hündin
„hergerichtet“ wurde. Und wir denken an die riesigen Krater, die
auch viele unserer heutigen Hündinnen zum Ende einer Trächtigkeit im
Garten buddeln. Dieser Instinkt ist, ebenso wie viele, viele andere,
wenn auch untergeordnet, immer noch bei unseren wohl behüteten Hunden
vorhanden.
|
| Am
folgenden Beispiel lässt sich sehr schön erklären, wie weit der
Instinkt, sowie „positiver“ und „negativer Stress ganz dicht
beieinander liegen: |
| So
hatte ich vor etlichen Jahren von einer Hovawart-Hündin aus einer
schlimmen Massenzuchten erfahren, die bei jedem Wurf ihre kaum geborenen
Welpen, bis auf 2, tötete indem sie die „überzähligen“ gleich
nach der Geburt fraß. Negativ: die Hündin weiß instinktiv in ihrem
beengten und dunklen „Käfig“, bei karger Ernährung für ihre
Welpen keine Zukunft. Positiv: Sie regelt dieses Problem ganz
sicher, in dem sie den überzähligen Welpen nicht einen Atemzug gibt.
Wie grausam war diese Hündin, würden wir sagen. Jedoch bewies diese Hündin
einen ganz sicheren Instinkt. Ein solches Verhalten findet man überall
in der freien Natur! |
| Ich
riet dem Züchter, die Hündin im Haus werfen zu lassen. 9 Welpen wurden
aufgezogen, obwohl die Hündin nach Abschluss der Geburt, mit ihren
Welpen wieder in ihren Zwinger gebracht wurde. So zeigt sich, wie weit
der Mensch einem instinktsicheren Hund den für ihn doch so
lebenswichtigen, lebenserhaltenden und gesunden Stress nimmt, was in dem
hier geschilderten Fall sicher weder für die Hündin, noch für die
Welpen, die schließlich in unangepassten Verhältnissen heranwachsen
mussten richtig war. |
|
| Erledigt
eine Mutterhündin ihre „Pflichten“ nicht so, wie es die Natur von
ihr fordert, so spricht man von „Instinktverlust“! Sicher ist die
Bezeichnung bei unseren
Hunden nicht wirklich berechtigt. Viel mehr werden ihre natürlichen
Instinkte unterdrückt, indem wir ihnen bei der „Arbeit“ helfen
wollen. |
| So
ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass so manche Mutterhündin
ihrer Aufgabe weitaus besser gerecht wird, wenn ihre Menschen ihr nicht
ins Handwerk pfuschen. So manche gut gemeinte „Hilfeleistung“ ist
eher belastend. Wird sie gehindert, ihren normalen Instinkten zu folgen,
„überschlagen“ sich ihre Nerven. „Ungesunder“ Stress wird
ausgelöst! Besonders „weiche“, zu Überreaktionen neigende Hündinnen,
sind einfach überfordert. Schon so manche frisch gebackene Hundemama
ist dann bereit, ihre Welpen gegen unvernünftige Familienmitglieder zu
verteidigen. |
| So
werden unsere Welpen, um später den an sie gestellten Ansprüchen
gerecht zu werden, bereits sehr früh hin zum familientauglichen Hund
„gefördert“. Aber auch hier können, eher durch übermäßige Fürsorge
und ein Überangebot an Reizen als durch zu wenig Beachtung, Welpen überfordert
sprich überreizt werden (völlig identisch finden sich Beispiele beim
Menschenkind). Es gilt ein vernünftiges Maß einzuhalten, um einen
heranwachsenden Hund auf ein Leben in dem Rahmen vorzubereiten, der ihn
also „umwelttauglich“ macht. |
| Als
bester „Lehrmeister“ erweist sich hier immer noch die Natur, in der
Tierkinder entsprechend ihrer Entwicklungsstufe von der Mutter (den
Eltern) ganz allmählich an jede neue Situation herangeführt werden.
Ein erster Blick aus der Erdhöhle (dem Nest)…. Der zweite…… Bis
unter „Anleitung“ der erste Schritt aus dem sicheren Nest erlaubt
wird. |
| Gleiches
gilt für unsere Hundekinder. Ihre ersten Bedürfnisse (Nahrung,
Verdauung, Schlaf, etc.) werden in der Wurfkiste befriedigt. Bereits mit
der 3. Woche werden sie sehr aktiv, zeigen unterschiedliche
Verhaltensweisen und „beschäftigen“ sich mit dem, was ihnen geboten
wird (Mama, Geschwister, Welpenkiste). Ein aufmerksamer Züchter wird
nun, dieser Entwicklung gerecht, neue Reize (z.B. Kissen, Decke, Ball,
Rolle, etc.) bieten. Ganz behutsam werden in Abständen diverse Gegenstände
mit deren Geruch, Beschaffenheit, Form, Ton, etc. eingesetzt, um die
Welpen nicht zu überfordern (stressen). |
| Gleiche
Voraussetzungen sollte dann der Welpe in seiner neuen Familie/ Umgebung
vorfinden. Kein Welpe verkraftet innerhalb weniger Tage eine rapide
Umstellung auf allen Ebenen. Der Abschied aus dem Nest, vielleicht das
andere Futter, die vielen unheimlichen Geräusche, Gerüche, Gegenstände
im neuen Zuhause. Bedrohlich erscheinende dunkle Ecken in Haus und
Garten, fremde Gesichter und viele Verbote. Oder aber gar keine Tabus,
die ihm aus Unwissenheit (vielleicht Bequemlichkeit?) nicht gesetzt
werden? Schließlich werden der lädierte Sessel, der angenagte Teppich,
die abgezogene Tapete, die zerkratzten Arme und Beine, die unbrauchbare
Fernbedienung, das Pippi auf dem Marmorboden, etc…., als unartig der
unzureichenden Erziehung zugesprochen. „?????“ |
| Mancher
Welpe, so wird oft berichtet, findet „keine Ruhe“, ist ständig in
Aktion. „Welpi ist nicht platt zu kriegen“, heißt es dann
resignierend. Und so wird sein Tagesprogramm erweitert, ohne Erfolg.
„?????“ |
|
| Sehr
früh (oft viel zu früh) wird eine Hundeschule besucht. Welpi hat den
Umzug in seine neue Familie noch nicht verarbeitet und schon erwarten
ihn neue Reize. Wie geht er damit um? Wird er (seine Entwicklung)
wirklich gefördert oder ist er überfordert? Ein guter Trainer wird die
Frage: Wieviel Stress verträgt DIESER Hund(?), beantworten können!
Denn jeder Welpe reagiert anders auf Umwelteindrücke! So zeigt ein
jeder Welpe unter Stress ganz unterschiedliche Reaktionen, wie z.B.
Aggression. |
|
 | Die
wenigsten Formen von Aggressionsverhalten sind genetisch bedingt. Es
ist nicht immer die niedrige Reizschwelle, die einen Hund auffällig
werden lässt! Sie steht eng in Zusammenhang mit den schon erwähnten
Trieben: Flucht- (hier auch Verteidigung und Angriff) und
Beutetrieb. Die wenigsten Haushunde haben einen genetischen
Hintergrund, der für eine Aggressionsbereitschaft verantwortlich
ist. Vielmehr sind es die Lebensumstände bzw. -begebenheiten, die
als Reizauslöser verantwortlich sind. |
|
|
 | Unruhe -
wird besonders oft bei jungen Hunden beobachtet, denen man ein
besonders „tolles“ abwechslungsreiches Leben bieten möchte.
Ebenso bei Welpen deren „Tagesprogramm“ reich gefüllt ist. Sie
finden einfach keine Ruhe, weil ihre Sinne überreizt sind. Fatal
wenn das „Angebot“ gesteigert wird, um den Welpen auszupowern. |
|
 | Übermäßiges
Bellen - ist kein Zeichen für einen besonders guten Wachtrieb. Es
zeigt sich besonders im Angstbellen (in Annäherung einer
drohenden Gefahr, oder aber auch psychischer Überforderung). Aufgeregtes
Bellen (auf Grund von Vor/-Freude, positiver Anspannung, aber
auch auf Grund von übermäßigem negativen Stress). Aufmerksamkeitsbellen
(unter Mitwirkung verschiedener ganz alltäglicher Umwelteinflüsse.
Z.B.: In der Familie suche ich Beachtung!)
Frustbellen (meist ohne erkennbaren Grund ein Zeichen
von psychischem Stress). Verbellen (z.B.: Menschen/ Tiere in
Hausnähe: wenn ich belle, entfernen sie sich! Der Postbote……!) Verteidigungsbellen
(vor allem im Schutzdienst, selten finden wir es bei unseren
Hovawart-Hunden als Zeichen der Verteidigungsbereitschaft).
|
|
 | Zerstörungswut
(ist kein Zeichen für Ungehorsam oder Protest, sondern als Form der
Stressbewältigung zu sehen). |
|
|
| Aber
nicht nur Verhaltensauffälligkeiten, sondern auch organische Problemen
wie z.B. Durchfall, Erbrechen, Fresssucht, Appetitlosigkeit,
Nierenversagen, Hauterkrankungen sind sehr viel häufig auf fortwährenden
Stress zurückführen, als beachtet wird. |
| Bei
der Ursachenforschung mancher Probleme kommt man nur sehr langsam voran,
weil manchem Besitzer, aber auch manchem Tierarzt oder Hundetrainer der
Auslöser gar nicht bewusst ist, und somit die Ursache für, in unserem
Sinne falsches, also Fehlverhalten und Überreaktionen ganz wo anders
gesucht wird. |
|
|
Ein
paar sehr einfache Beispiele
|
| Ein
besonders deutliches Zeichen von übermäßigem Stress |
| "verschiedensten
Situationen" (Besuch von Geschäft, Gaststätte, Hundeschule,
Tierarzt, aber auch während der von uns als wichtig und gut gemeinten
Hundekontakte, etc.), ist das häufige Kotabsetzen. So mancher Besitzer
ist entsetzt, über das Verhalten seines Vierbeiners. Nicht wissend,
dass das „Geschäftchen“ am unpassenden Ort auch seinem Hund nicht
behagt. |
| „Eine
Hundebegegnung“ |
| Hundi
geht brav neben mir, an der Leine. In einiger Entfernung sehe ich ein
fremdes „Hund-Mensch-Pärchen“ auf uns zukommen. Hat Hundi gelernt,
dass „man“ sich setzt oder legt, um dem Gegenüber zu signalisieren
„alles ok“, wird das herannahende Paar (hoffentlich)
unvoreingenommen auf uns zukommen. Jedoch hat Hundi gelernt(er hat es
ganz schnell begriffen!), dass man sich tierisch aufregen muss, damit
nun endlich der „andere“ herankommt und man ihn „kennen lernen
kann“, er wird sich mächtig anstrengen. In der Regel auch der
Herannahende…….. Die Folge? |
| Nun
vertiefen wir diese Begegnung: Der Bürgersteig/ Weg ist schmal. Hundi
regt sich sehr auf. Ich fasse ihn, sobald das Paar uns erreicht, am
Halsband, um ihn besser kontrollieren zu können. Mit diesem „Griff in
den Nacken“ erreiche ich bei einem erregten (also unter Stress
stehenden Hund) leider nur, dass er sich noch mehr erregt (er verknüpft
kaum, dass sein „Chef“ ihn ausbremst, sondern fühlt sich
angegriffen). |
| Von
solchen Begegnungen wird zur Genüge berichtet. Und dabei wäre es so
einfach…. |
| Erweitern
wir das Thema Hundebegegnung auf diverse Treffen oder Wanderungen
mit vielen Gleichgesinnten. Die meisten Hunde stehen unter
„Spannung“, wenn sie nach einer Autofahrt gleich in eine fremde
Hundemeute hineinpurzeln. |
|
| „Am
Futternapf“ |
| Der
kleine Welpi steht an seinem Futternapf. Ein Familienmitglied nähert
sich. Er sieht „seine Beute“ in Gefahr (es könnte ihm ja jemand
etwas wegnehmen) und knurrt verteidigungsbereit. Er hat „Stress!“
Was nun? |
 | Man nimmt
ihm das Futter weg, weil er lernen muss, dass er niemanden anknurren
darf. (Die schlechteste Entscheidung, weil er nun weiß, dass er zukünftig
tatsächlich sein Futter verteidigen muss! Er reagiert bei jedem Mal
immer heftiger! - Die Überreaktion!) |
|
 | Man
ignoriert sein Knurren, nimmt aber auch von seinem Futternapf keine
Notiz und geht weiter. (Eine Möglichkeit, die zu einem anderen
Zeitpunkt vermutlich wieder zu überdenken ist.) |
|
 | Man
ignoriert sein Knurren, nimmt seinen Futternapf weg, kontrolliert
sehr auffällig den Inhalt, legt ganz in Ruhe einen besonderen
Leckerbissen hinein und stellt den Napf, nach einer kurzen Weile
(wenn der Welpe sein Knurren, Anspringen, Jaulen, etc. eingestellt
hat), mit beruhigenden Worten vor ihn hin. (Die beste Möglichkeit,
weil so jedes Familienmitglied jederzeit die Möglichkeit hat, sich
seinem Napf zu nähern. Es könnte ja noch etwas ganz Leckeres in
den Napf hineinkommen….. . Auf jeden Fall weiß der Welpe, dass er
sein Futter nicht verteidigen muss. Er wird nicht gereizt!) |
|
|
| „Mein
- Dein“ |
| Oft
handelt es sich um ganz banale Dinge, wie z.B. um ein Stückchen Papier,
ein Schnuffeltier, einen alten Socken, einen Knochen. Wurde die Frage
nach den „Eigentumsverhältnissen“ nie wirklich geklärt, ist auch
hier die Höhe der Reizschwelle (psychische Belastbarkeit) in
Zusammenhang mit der Verteidigungsbereitschaft zu bringen. |
| Wir
kennen es alle! Der Welpe (Hund) marschiert mit „seiner Eroberung“,
und sei es ein alter schmutziger Lappen, demonstrativ an mir vorbei.
Will ich ihm diesen Gegenstand nicht belassen, muss ich natürlich
reagieren. Es entwickelt sich in der Regel ein schönes Spiel, - in
seinen Ansätzen. Es kann ein Spiel bleiben, in dem ich recht bald
entscheide, wer wann gewinnt. Es kann aber auch, sofern ich es zulasse,
dass ein solches „Spiel“ zu weit ausgedehnt wird, „umschlagen“.
Der Hund wird fordernder, hektischer, seine Körperhaltung, seine Augen
zeigen, er steht unter Spannung. - Er hat Stress, ist bereits überreizt!
- Seine Beute! |
| Ein
Spiel muss ein Spiel bleiben. So weit sollte es also nicht führen,
besonders wenn kleinere Kinder im Haus sind, oder man selbst unerfahren
ist. |
 | lässt
sich auf kein Spiel ein! Es gibt keine Ausnahme, DAS bekomme ich!
|
|
 | entscheidet
selbst, wie weit sich ein Spiel entwickeln darf, führt dies solange
möglich mit besonders lobenden Worten zu Ende, jedoch besser mit
einem Tauschangebot (schau was ich hier habe) aber |
|
 | lässt
niemals den Welpen völlig ohne eine „Trophäe“ zurück!!!
|
|
|
| Das
„übermütige“ Anspringen |
| Aus
welchen Situationen heraus auch immer, es ist unangenehm. Jedoch, bei
genauer Beobachtung, handelt es sich hier um ein Abreagieren, eine Überreaktion
z.B. aus Freude, aber auch als Zeichen von Un- oder Übermut. |
| Wir
kennen es alle zur Genüge: |
 | Die überschwängliche
Begrüßung bei unserer Heimkehr oder eines beliebten Besuchers.
|
|
 | Der „Angriff“
während eines Spaziergangs. |
|
 | Die
Reaktion auf eine (unerwünschte) erzieherische Maßnahme oder |
|
 | einfach
nur als Ausdruck einer verständlichen Lebensfreude. |
|
|
| Würde man einen Hund fragen, er würde es
als positiven Stress bezeichnen. In der Regel wird er (unbedacht) in
seinem Handeln bestätigt, weil der Mensch reagiert für ihn positiv,
indem er auf sein Handeln eingeht. Er spricht erregt, mit hoher,
spitzer, lauter Stimme, zeigt die ansprechendsten Bewegungen (weil es
ist nun einmal unangenehm, in den Arm/ das Bein gezwickt zu werden), so
freut sich sein Vierbeiner, weil die „ fröhliche Erregung“
ihn reizt und eine Herausforderung darstellt. |
|
| „Welpenschule“ |
| Eigentlich
ist die Bezeichnung falsch. Es müsste heißen „Sprachenschule für
Mensch und Hund“, weil der Welpe wie sein Mensch lernen muss, die
Sprache (Körpersprache) seines Partners zu verstehen. |
|
| Der
Mensch geht also mit seinem Welpen in die „Schule“. Das erste Mal
wird (hoffentlich) nur gespielt, beschnuppert und geschaut, ob sich …,
und wer mit wem…, und wer überhaupt nicht mit wem, nett umgeht. Wie
stellt sich der/ die Trainer/in dar? Ist er in der Lage, auf jeden
einzelnen Hund und seine Charaktereigenschaften einzugehen? Versteht ER
wirklich die Sprache eines jeden Welpen? Aber die wichtigste Frage überhaupt:
„Fühlt sich mein Hovi wohl?“ Er wird sich keineswegs wohl fühlen,
wenn man seinen eigenen Bedürfnissen nicht gerecht wird. Er möchte
spielen; mit seinen Menschen, mit Artgenossen. Vielleicht ist er
neugierig und möchte lernen. Vielleicht eher schwer beeinflussbar, lässt
sich nur auf Kompromisse ein die ihm zusagen. Vielleicht ist er aber
auch zurückhaltend, weich, schnell überfordert? |
|
| Es
sind selten „schlecht erzogene“ Hunde, die als auffällig
beschrieben werden. Es sind meistens sensible Hunde, die auf Grund einer
„Reizüberflutung“, sehr schnell überfordert sind und auf Grund
dieser „nervlichen Überlastung“ in für sie bedrohlich
erscheinenden Situationen mit Aggression (angstsuggestives Verhalten)
oder aber auch mit organischen Problemen (sh. ob.) reagieren. Sie haben
Stress! |
|
| Leider
erlebe ich viel zu oft, dass der Hovawart so manchen Trainer zu
rigorosen Erziehungsmethoden greifen lässt, weil „der
Hovawart“ muss so erzogen/ behandelt werden. So werden
vermeintliche Verhaltensauffälligkeiten nicht entsprechend der Ursache
„in Angriff“ genommen (z.B. die Hundeschule gewechselt), sondern es
wird versucht, diese im Ansatz zu ersticken, oder aber bagatellisiert.
Solche „Versuche“ zeigen sich für den Alltag als völlig
unbrauchbar und helfen weder dem jungen Hund, noch seinem Besitzer,
einen
umweltfreundlichen/ -tauglichen Hovi zu führen. Schließlich wird
leider die Reizschwelle des Besitzers ebenso überschritten, wie die des
Hundes. |
| Ich
erlebe immer wieder, dass sich häufig Hunde nicht, wie fälschlich
angenommen, tierisch auf die Hundeschule freuen (Frauchen/ Herrchen wird
mit aller Macht bei Ankunft an diese Ort herangezerrt - “Oh, er freut
sich so sehr“ – Aber ebenso tritt ein Team auf gleiche Weise wieder
den Heimweg an), sondern sich zwischen verschiedenen aber gleichaltrigen
Hunderassen und -größen nicht wohl fühlen. Ob die „flotte“
Verdauung, Pieseln (so viel kann ein Welpe nicht getrunken haben), Gras
fressen, Bellen, Jaulen, Anspringen der anwesenden Menschen, besteigen
der Artgenossen….. |
| Der
so viel zitierte Negativ-Stress ist nichts anderes als eine Form der |
|
„Überreizung“,
eine Überbeanspruchung der Aufnahmekapazität eines Lebewesen, in
unterschiedlichstem Ausmaß. So werden auch unsere Hunde viel zu oft
einfach überreizt und neigen zu (für uns) unerwünschtem Verhalten,
das jedoch für sie lebenswichtig erscheint.
|
| Sehr
schön lässt sich „Stress“ anhand der Begriffe „Beute- und
Fluchttrieb“ erklären. Beide sind für ein wildlebendes Tier
lebenswichtig. |
| Ohne
Beutetrieb würde jeder wildlebende Fleischfresser verhungern.
Diesen heute immer noch bei den meisten Hunden verwurzelten Instinkt,
machen sich Hundesportler aller Richtungen (VPG, Rennhunde, etc.), auf
die verschiedenste Weise zu Nutze. Bei unseren Familienhunden ist dieser
Trieb ebenso noch, wenn auch in stark abgeschwächter Form, vorhanden.
Jeder von uns beobachtet es gelegentlich oder auch regelmäßig: Bleibt
das ausgemachte „Objekt“ sitzen/ stehen/ liegen/ etc., ist es
uninteressant (weil tot). Ob Eichhörnchen, Vögel, Frösche, Katzen,
seltener Hasen, Rehe, Pferde, Rinder, gelegentlich Autos, Eisenbahn,
etc…., erst ihre Bewegung „weckt“ den Trieb, den (Stress)trieb.
Jedoch wird das „Reizobjekt“ aus den Augen verloren, so auch aus dem
Sinn (zumindest bei den meisten Hovis). Diesem Beutetrieb kommt jedoch
auch im Spiel eine Bedeutung zu. Denken wir wieder an den Züchter und
seine Aufgabe! Oder schauen wir 2 herumtollenden Hunden zu. Je
„niedriger die Reizschwelle“, nennen wir es doch „psychische
Belastbarkeit“, eines Hundes ist, desto schneller schlägt er im Spiel
um. D.h. aus dem Spiel wird urplötzlich Ernst, die „Reizschwelle“
ist „übersprungen“, er ist „überreizt“ und aus einem Spiel
wird eine „Beutearbeit“. Ganz simpel: Er folgt den Stress-Hormonen! |
| Ohne
Fluchttrieb wäre jedes Tier selbst eine leichte Beute. Dieser
„Trieb“ ist ebenso unter dem Begriff „Stress“ abzulegen weil,
auch dieses lebenswichtige Bedürfnis wird durch Ausschüttung der noch
erwähnten Stress-Hormone angefordert. |
|
Hierzu ein Beispiel aus dem Körablauf,
die Begegnung mit einem unfreundlichen Menschen, die urplötzlich ohne
ersichtlichen Grund stattfindet. 90 Prozent aller vorgestellten Hunde
weichen vor einer solchen Situation erst einmal zurück, tendieren zur
Flucht. Nach dieser „Stresssekunde“ erkennen immerhin hier wieder
die meisten Hunde die Situation und zeigen sich neutral bis freundlich.
10 Prozent nehmen diesen Scheinangriff gleich, völlig unbeeindruckt,
nicht ernst. Ihre Reizschwelle liegt besonders hoch. |
|
| Eine
korrekte Antwort auf die Frage: „Wieviel Stress verträgt ein Hund“
gibt es also nicht.
Die Frage sollte lauten: „Wieviel Stress verträgt DIESER Hund“? |
|
| Viele
Verhaltensweisen unserer Hunde, die wir Menschen als unerwünscht
ansehen, werden verursacht durch Stress, negativen Stress auf Grund der
Missverständnisse zwischen Mensch und Hund! Unsere Hunde teilen uns
etwas mit. Wir müssen es nur richtig deuten und unseren Hunden die Möglichkeit
geben sich positiv zu entwickeln. |
|
Copyright Inge Krümmel |
|
|
|
|