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14. Februar 2012

Impressum
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Hüftgelenksdysplasie - HD
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HD ist in
erster Linie eine Sammelbezeichnung für angeborene oder erworbene
Fehlstellungen und/ oder Störungen der Verknöcherung des Hüftgelenkes
bei einem Neugeborenen.
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| Sie
sollte doch eigentlich, insbesondere für die Rasse Hovawart, kein Thema
mehr sein?! |
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Die HD zählt
zu den Erkrankungen die, soweit die Zuchtmasse einer Rasse/ eines
Vereines es bisher zuläßt, schon seit vielen Jahren selektiert wird.
Bereits Mitte der 40er Jahre beschäftigten sich Forscher in den USA mit
dieser hier noch unbekannten Fehlentwicklung der Hüften von Hunden. Die
Vermutung, später das Wissen, um den genetischen Hintergrund hatte zur
Folge, dass schließlich Mitte der 50er Jahre, auch in Deutschland, wie
in einigen anderen Ländern, erste Hundezucht-Verbände dieser
Gelenkserkrankung mehr Beachtung widmeten. Schließlich nicht ohne
Grund, da mit dem Import deutscher Hunde, hier besonders von Schäferhunden
in die USA, eine HD-Freiheitsbescheinigung nachgewiesen werden musste.
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Ernste Bemühungen
in der Hovawart-Zucht unternahm der erste Hovawart-Zuchtverein im VDH,
der RZV. Ab 1962 erfolgt die Beachtung erster HD-Befunde, wenn auch nur
für wenige einzelne Elterntiere. Verfolgt man nun die Entwicklung
dieser Kontrollen und Zuchtbemühungen, so wird sehr deutlich, dass ein
großer Teil der bis dahin registrierten und zur Zucht eingesetzten
Hovawart-Hunde hochgradig dysplastische Hüften besaßen. Insofern
fielen die HD-Befunde der Nachkommen entsprechend aus. Soweit die
Ergebnisse einzelner Würfe tatsächlich veröffentlicht wurden (viele
HD-Aufnahmen wurden gar nicht erst zum Auswerten eingesandt), zeigten
sich die Ergebnisse auch nach ersten Selektierungsmaßnahmen, durch
Auswahl hin zur besseren Hüfte, lange noch sehr „durchwachsen“.
D.h. viele Auswertungen lauteten weiter lange Zeit HD-leicht, HD-mittel
oder HD-schwer. Wie tief diese Probleme in einer Zucht verankert sein können,
wird dadurch ersichtlich, dass noch bis 1966 Hovawart-Hunde mit einem
Befund von HD-mittel zur Zucht eingesetzt wurden. Zu dieser Zeit wird
bereits mit Hilfe von Reihenauswertungen durch Prof. Müller und Prof.
Saar (der auch heute noch diese Aufgabe durchführt) selektiert. Erst
danach hatte man ausreichend „Zuchtmaterial“ mit guten Hüften, so
dass 1967 bereits, neben HD-frei und HD-Verdacht, maximal noch HD-leicht
zur Zucht eingesetzt werden durfte.
Zu Beginn
der 80er Jahre erlaubte die Zahl der zur Zucht zur Verfügung stehenden
Hovawart-Hunde mit gesunden Hüften eine weitere Einschränkung, so dass
bis Ende der 90er Jahre lediglich die Befunde HD-frei und HD-Verdacht
zum Zuchteinsatz kamen.
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| Verfolgt
man bis zu diesem Zeitpunkt die Entwicklung der Gesundheit der Hüften
in der kontrollierten Hovawart-Zucht, so wird sehr deutlich, dass diese
Selektionsmaßnahmen wichtig, weil erfolgreich, waren. Ob auch die vor
einigen Jahren weiter vorgenommene Einschränkung, der Ausschluss von
Hunden mit HD-Verdacht, Sinn macht, wage ich zu bezweifeln. In den
vergangenen Jahren hat sich die HD-Statistik nicht wesentlich bewegt.
Nach wie vor finden sich HD-Befunde unterschiedlichen Grades, wenn auch
nur zu einem geringen Prozentsatz in tatsächlich „auffälliger“
Form, in allen
Zuchtvereinen in denen die Zuchtauslese, hin zu guten Hüften schon
einige Jahrzehnte praktiziert wird. Eine strenge Selektion ist sicher für
einen großen Zuchtverein leichter zu verarbeiten, als in einer kleinen
„Zuchtmenge“. Dennoch ist gerade in einem kleineren Verein das
Wissen um den genetischen Hintergrund eines jeden Hundes besonders
wichtig, um nicht irgendwann einmal vor einem völlig unerwarteten Rückfall
zu stehen. |
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Was haben nun unsere Hovawart-Hunde mit diesen
Zuchtbemühungen gemeinsam?
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| Schauen
wir in ihre Ahnenpässe! Je älter unsere Hunde sind, desto
wahrscheinlicher ist es, dass sich ein HD-Verdacht oder HD-leicht in
ihren Ahnenreihen findet. Jedoch könnte man weitere Generationen bis in
die 70er Jahre verfolgen, die Zeit in der ein Teil der Ahnen unserer
Hovawart-Hunde, aber auch die meisten aller weiteren Hovawart-Zuchten,
aus der des VDH stammen, so würde sich diese Frage erübrigen, denn in
dieser Zeit finden sich reichlich Befunde von HD-mittel und HD-schwer.
Einer dieser, auch in unseren Ahnenreihen (wenn auch längst nicht mehr
in den Ahnenpässen ersichtlich) vertretene Vererber, ist „Barko vom
Teufelsee“, HD-mittel (Züchter Dr. Bengefort). Seine Mutter „Cora
vom Kandertal“, HD-mittel, ist kaum aus der damaligen Zucht
wegzudenken und in vielen, auch noch heutigen Linien in allen
Zuchtvereinen mit vertreten. Ebenso ihr Vater „Ommo vom Trollhof“,
HD-mittel. Barko, im Besitz der Vereinsgründerin des Hovawart-Club
Goslar, wurde dort 2malig (G-Wurf 1973 / H-Wurf 1974 von Bellevue) zur
Zucht eingesetzt. Ein hoher HD-Anteil machte sich, soweit nachweisbar,
in einzelnen seiner Nachzuchten deutlich bemerkbar. Mit verantwortlich für
die folgende
Entwicklung war aber sicher in 1. Linie die Unwissenheit der Züchter
und „jungen“ Vereinsführung, da entweder nicht alle Nachkommen der
Folgegenerationen geröntgt, oder aber ihnen positive HD-Befunde nicht
bekannt gemacht wurden. |
| Angesichts
der Tatsache, dass heute immer noch in allen Zuchten, wenn auch ganz
selten, positive Befunde in einem Wurf auftauchen, obwohl seit vielen
Generationen eine Kontrolle und Selektion auf gute Hüften erfolgt, wird
deutlich, wie viel Einfluss leider auch jetzt noch, nach über 40 Jahren
Selektion, der genetische Hintergrund auf die Hundezucht nehmen kann,
wird er nicht beachtet. Über viele Generationen mit HD-freien Hunden zu
züchten, gibt immer noch keine Hoffnung, dass in der Zukunft keine
HD-Untersuchungen mehr notwendig sein werden, um mit gutem Gewissen eine
Zucht führen zu können.
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| „Warum
röntgen“, wenn kein Zuchtinteresse vorhanden ist? Die Argumente
des Züchters: Gesundheitsvorsorge und Zuchtverantwortung!
Wie kann es angehen, dass ein bewegungsfreudiger, springender, rennender
und tobender Hund eine kranke Hüfte hat? Wozu Gesundheitsvorsorge,
wenn doch alles in Ordnung erscheint? Wozu Zuchtverantwortung,
wenn man doch gar nicht züchten will?
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In
den ersten gemeinsamen Wochen mit einem sehr schnell wachsenden, fröhlichen
Welpen kommen vielleicht Bedenken? Wie soll man einem Welpen verständlich
machen, dass sein Temperament und seine übermäßige Bewegungsfreude für
seine Knochen ungesund sind? Wie ihn daran hindern, doch noch schnell
die Treppe hinaufzulaufen, wenn die Zweibeiner vergessen das Gitter zu
schließen? Wieviel Auslauf ist für einen solchen Welpen richtig?
Vielleicht ist es das schlechte Gewissen auf Grund so mancher
Unachtsamkeit? Oder mehr noch die Unsicherheit? Wie viele große Hunde
sind von ihr betroffen? Wie äußert sie sich?
Irgendwann sucht man nach Auffälligkeiten im Bewegungsablauf. Ermüdete
er nicht schneller als andere Welpen? Und diese Auffälligkeiten kommen!
Meist im Alter von 4-5 Monaten. Diese „wackelige schwache“
Hinterhand? Mit 6 Monaten scheint es, als könnten sich Vorderbeine und
Hinterbeine während des Laufen (noch schlimmer bei ganz normalem Gang)
nicht so recht einigen…… Die Hinterpfoten werden sehr „seltsam“
gesetzt und das Schaukeln der Hinterhand ist bedenklich. Und schließlich
dann noch die Aussage des um Rat gefragten Tierarztes, der auch ohne Röntgenuntersuchung,
aber mit „geschultem“ Blick, eine ungute Hüftentwicklung
prognostizierte. Vielleicht aber tröstet: „Das macht nichts. Damit
wird ihr Hund uralt.“ |
| Auch
wenn immer noch seitens einzelner Zuchtvereine und Züchter nach der
„Entstehung“ und deren „Vermeidung“ gefahndet wird, es besteht
kein Zweifel darin, dass die Hüftgelenkdysplasie genetisch bedingt ist,
wenn auch sehr stark in ihrem Ausmaß durch Aufzucht, Haltung und Ernährung
positiv oder negativ beeinflussbar. Auch wenn das Wissen um den Erbgang
nicht angenehm ist, es wird sich kein Zuchtverein, kein Züchter einer
Rasse, dieser Tatsache entziehen können. Somit ist verständlich, dass
die Qualität einer Zucht, die Gesundheit der geliebten Rasse von dem
Wissen um mögliche Probleme durch genetisch bedingte negative
Veranlagungen, sehr abhängig ist. (Es darf natürlich nicht vergessen
werden, dass eine Vielzahl anderer genetisch verankerter Erkrankungen
Vereine und Züchter gelegentlich vor große Aufgaben stellen. Mängel,
die für eine Zucht weitaus problematischer sind.) So wird ein
verantwortungsbewusster Züchter immer seine weiteren Zuchtpläne von
den „Ergebnissen“ seiner Nachzucht abhängig machen. Nicht zuletzt
liegt es in seinem Interesse, dass die von ihm gezüchteten Hunde ein
gesundes Skelett aufweisen.
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| So
ist das Bemühen eines jeden Züchters sehr wichtig, seine Welpenkäufer
von der Dringlichkeit der Röntgenuntersuchung zum Ausschluss einer HD
zu überzeugen. Es liegt aber nicht nur in seinem Interesse, dass die
von ihm gezüchteten Hunde alle dieser Röntgenkontrolle
unterzogen werden, sondern im Interesse aller Zuchtbeteiligten eines
Vereines, so insbesondere in dem der Hundebesitzer von heute und morgen.
Denn so wie in allen Belangen (Schönheit/ Wesen/ Gesundheit), kann nur
ein ganzer Wurf aussagekräftig sein. Welche Aussagekraft haben 5 Hunde
aus einem 10er-Wurf auf die Qualität einer Verpaarung? Hierzu gehört
nicht zuletzt der Nachweis der gesunden Hüften. Nur 50%? Das reicht
unter Berücksichtigung des genetischen Hintergrundes für eine
„kontrollierte“ Zucht nicht aus! |
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Das
Hüftgelenk
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ist ein
Kugelgelenk und setzt sich aus der Hüftgelenkspfanne (Acetabulum) und
dem Hüftgelenkskopf (Caput femoris) zusammen. Als Kugelgelenk ist das Hüftgelenk
prinzipiell in allen Richtungen frei beweglich. Die Beweglichkeit wird
durch die Einfassung des Hüftgelenkkopfes in die Hüftgelenkspfanne
sowie von Bändern und Muskeln eingeschränkt. Die Hüftgelenkspfanne
umschließt den Hüftkopf zu deutlich weniger als 50% seiner Oberfläche.
Somit wird einerseits eine hohe Beweglichkeit des Hüftgelenkkopfes in
der Gelenkkapsel ermöglicht, andererseits kann er aber auch, in ungünstigen
Verhältnissen, wie z.B. zu flache Pfanne, leicht aus der Hüftgelenkspfanne
herausgleiten (luxieren).
Hierbei kommt dem Bandapparat, besonders in der Entwicklungsphase, wie
der Hinterhandmuskulatur im fortgeschrittenen Alter, zusätzlich eine
ganz wichtige Bedeutung zu. Ein schlaffer Bandapparat erlaubt ungünstige
Bewegungen innerhalb des Gelenkes (sh. unten).
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Der
genetische Hintergrund der Hüftgelenksdysplasie
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Auch wenn
die Bezeichnung HD lediglich ein Sammelbegriff für angeborene oder
erworbene Fehlstellungen und/ oder Störungen der Verknöcherung des Hüftgelenkes,
eine Abweichung der Gewebestruktur vom „Normalen“ darstellt, sie ist
im Grundsatz von mehreren Genen bestimmt = polygener Erbgang!
Der polygene Erbgang lässt sich besonders gut an einem
anderen Beispiel, nämlich dem Gebiss, verdeutlichen: Auch das Gebiss
unterliegt einem polygenen Erbgang. Denken wir an den „Rückbiss“,
der wiederum in seiner Ausprägung durch mehrere Faktoren bestimmt wird,
wie Anzahl der Zähne, ihrer Größe, sowie der Breite und Länge von
Ober- und Unterkiefer, die ebenso getrennt voneinander vererbt werden.
Es sind also auch hier verschiedene Gene verantwortlich für die
„Passgenauigkeit“, ebenso wie für die eines Gelenkes. Jedoch
spielen bei der Ausprägung der HD viele weitere Faktoren (aus Umwelt,
Haltung und Ernährung) eine Rolle = multifaktorell. Aus diesem
Grund bringt die Verpaarung 2er HD-freier Hunde keine Garantie für
HD-freien Nachwuchs, da zum Einen mehrere Gene zusammenwirken, aber auch
die gesamten Umwelteinflüsse eine bedeutende Rolle spielen. Es
lässt sich anhand von Statistiken belegen, dass die Bewertung
„HD-frei“ für einen einzelnen Hund eines Wurfes keine Aussagekraft
auf seinen Zuchtwert hinsichtlich gesunder Hüften hat, wenn z.B. alle
oder die meisten seiner Geschwister hochgradig HD haben.
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Wie
entwickelt sich eine HD?
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Ein
Kugelgelenk, wie das der Hüfte, ist in seiner Entwicklung abhängig von
einem korrekten Zusammenspiel seiner „Flächen“ (Reibung). Die
Gelenke eines neugeborenen Welpen bestehen aus Knorpel, der im Rahmen
der normalen Entwicklung fortlaufend durch Knochensubstanz ersetzt wird.
Für die gleichmäßige und passgenaue Verknöcherung des Hüftgelenkes
ist verständlicherweise die korrekte richtige Stellung von Hüftkopf zu
Hüftpfanne unerlässlich, da nur so, bei allen Bewegungen des Hüftgelenkes,
die Belastungen aber auch beteiligten Kräfte, eine richtige und gleichmäßige
Verknöcherung des Gelenkknorpels fördern. Das im Welpenalter noch
„weiche Gelenkmaterial“ benötigt mehrere Monate, bis es seine endgültige
Form und Festigkeit hat. Ist nun die Stellung von Hüftkopf und Hüftpfanne
nicht korrekt (Fehlstellung), wird der gesamte beteiligte Gelenkknorpel
sich entsprechend in seiner „falschen Stellung“ entwickeln und
ungünstig verknöchern. D.h. die Ausbildung von Hüftpfanne und Hüftkopf
in ihrer korrekten Form ist durch solche Fehlstellungen nicht möglich.
Hierdurch wiederum ist das Gelenk nur mangelhaft funktionsfähig.
Zwangsläufig führt diese fehlerhafte Funktion zu Schäden, wie rasche
anschließende Arthrose und somit zu massiven Beeinträchtigungen des
Bewegungsablaufes.
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| Neben
diesen Fehlstellungen sind nicht zuletzt für das Maß der Ausbildung HD
jedoch verschiedene Entwicklungsstörungen in den „Anlagen“ eines Hüftgelenkes
mit verantwortlich. Fällt z.B. die Anlage der Hüftgelenkspfanne zu
klein aus, kann sich der ebenso noch unvollständig entwickelte Hüftkopf,
auch bei anfänglich richtiger Position (Stellung), in seiner Hüftgelenkspfanne
nicht an der richtigen (zentrierten) Stelle platzieren. Der Gelenkknorpel
wird nicht gleichmäßig belastet, an einigen Punkten zu wenig an
anderen zu stark. Die Folge ist
eine falsche Abnutzung aller Gelenkinnenflächen, die seine Entwicklung
zur runden Endform und einem korrekten Zusammenspiel mit
einer korrekt passenden „Pfanne“ nicht zulässt.
Gleiche
Probleme finden sich bei umgekehrtem Größenverhältnis: Eine korrekt
angelegte tiefe Hüftpfanne kann einem zu kleinen oder unrunden
Oberschenkelkopf keinen festen Halt bieten. Ist
der Gelenkkopf zu klein (die Pfanne zu groß), seine Bewegungsfreiheit
in der Pfanne unkontrolliert, so schadet das der gesamten
Gelenkentwicklung in verschiedener Weise. Zum Einen wird der Gelenkkopf
nicht seine korrekte Position einnehmen. Zum Anderen ist durch die
fehlende Passgenauigkeit der Gelenkspalt zu weit. Hierdurch wird
Arthrose begünstigt (Arthrose ist in einem Gelenk immer ein Zeichen zu
großer „Bewegungsfreiheit“). |
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Eine Muskelanomalie des M. Pectineus soll nebenbei erwähnt werden.
Dieser Muskel ist an den Oberschenkelkopf angeheftet und bei jeder
Bewegung der Hinterhand in Aktion. Es wird vermutet, dass ein verkürzter
Muskel den Oberschenkelkopf zu stark in der Bewegung beansprucht und
somit kein korrektes Zusammenspiel zwischen Gelenkkopf und -pfanne ermöglicht.
Die Durchtrennung dieses Muskels gehört zu den einfachen und häufigeren
operativen Korrekturen.
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Läßt
sich die Entwicklung einer HD beeinflussen?
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Einmal
abgesehen von den Zuchtbemühungen hin zur fehlerfrei funktionieren Hüfte,
gibt es sicher einige Möglichkeiten, die Entwicklung einer Hüfte
selbst zu verbessern, auch wenn dadurch ihre Vererbung nicht
beeinflussbar ist. So bietet die vernünftige Aufzucht, Ernährung und
Haltung doch wesentlich günstigere Voraussetzungen für eine gute
Entwicklung. Es läßt sich notfalls das Auftreten klinischer Symptome
und das Fortschreiten der Entwicklung hinauszögern und auch in ihrem
Ausmass beeinflussen.
Es
wurden (werden) seit Bekanntwerden der HD die verschiedensten Vorsorge-
und Therapiemöglichkeiten ausgearbeitet, Forschungsprogramme erstellt
und jeder sah (und sieht) in seiner Arbeit brauchbare Entdeckungen. Es
wurden Hormone, Vitamine (insbesondere C), verschiedene Ernährungsmöglichkeiten
ausgetestet, ebenso wie verschiedene Bewegungseinschränkungen (z.B.
eingesperrt in kleinsten Räumlichkeiten) ausgetestet. Und jeder hatte
(hat) auf seine Weise Erfolg. Jedoch gelten diese Erfolge lediglich für
die jeweiligen Versuchsreihen, was sehr schnell verdeutlichte, dass alle
Bemühungen letztendlich doch von “Genen” ausgebremst werden.
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Welche
Hunde sind besonders anfällig für eine Hüftgelenksdysplasie?
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Beschränkte
sich das Augenmerk bis noch vor einigen Jahren hauptsächlich auf große
Hunderassen, weiß man, dass diese Aussage nicht richtig ist. Einmal
davon abgesehen, dass Rassehunde wie Mischlinge gleichermaßen
HD-positive Befunde bringen (aber wer röntgt schon ohne
Dringlichkeit?), so zeigt sich, es ist nicht die „Krankheit“ der
„Großen“. Egal ob groß (Hovawart), mittel (Retriever), klein
(Beagle),….. . Ich erinnere mich der Einführung der
Gefahrenhundeverordnung. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden kleinere Rassen
nicht zur Hüftgelenkskontrolle herangezogen. Nun wurde diese
Untersuchung z.B. auch zur Pflicht für die Bullterrier-Zucht. Viele
Rassehundezüchter waren über die Folgen sehr erbost. Es blieben ihnen
nämlich nur noch sehr wenige Hunde für eine weitere Zucht, da die
meisten ihrer Zuchthunde auf Grund von HD-mittel und HD-schwer aus der
Zucht genommen werden mußten. Solche „Entdeckungen“ widerlegen die
These, dass HD die Krankheit der Großen ist. Jedoch führte sie auch zu
der falschen Aussage, dass es seither mehr positive HD-Befunde gibt. Das
ist so nicht richtig! Tatsache ist nun einmal, dass wesentlich mehr
Hunde untersucht und somit erfasst werden, als in den Jahren zuvor.
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| Es
ist ebenso wenig das schnelle Wachstum der großen Hunde für die
HD-Entwicklung verantwortlich zu machen. Die
Erfahrung zeigt, dass eine (genetisch) gesunde Hüfte weitaus weniger
bei übermäßiger Beanspruchung und falscher Belastung, auf Grund der
„Masse“ Schaden nimmt, als z.B. die Wirbelsäule, Ellbogen,
Mittelfuss- oder Kniegelenke. Obwohl das „Hochschießen“
einiger Vertreter auf Ernährungsfehler zurückzuführen sein wird, da
diese sehr wohl zu Wachstumsstörungen im Bereich des Skelettes führen
können (z.B. Rachitis, OCD, etc.), so ist eine genetisch gut angelegte
Hüfte weitaus weniger anfällig als vielleicht zu oft befürchtet.
Gleiches gilt für die Bewegungsfreude der heranwachsenden Hunde.
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| Wohl
aber muss bedacht werden, dass ein großes sehr schweres Skelett
wesentlich „störanfälliger“ sein kann, als das eines kleinen
Lebewesen. Das ist leicht verständlich, da besonders starke oder übermäßige,
auch einseitige Belastungen, vielleicht
noch im Zusammenhang mit falscher Ernährung, hier eher zu degenerativen
Prozessen führen.
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| Ein
gesunder Hund möchte spielen und erforschen. Er ist voller Tatendrang,
der aber im vernünftigen Rahmen begrenzt werden muss (Treppen,
Mauervorsprünge, Springen auf hartem Untergrund, etc.). Ganz sicher ist
es die Aufgabe des Besitzers (aber vorab auch des Züchters) den Welpen
von „besonderen Aktionen“ abzuhalten, um Schädigungen durch starke
und einseitige Belastungen der „unreifen“ Knochen zu unterbinden.
Welcher wildlebende Welpe klettert laufend Treppen hinunter? |
| Ich
erlebe immer wieder, dass Besitzer junger Hovawart-Hunde das Leben mit
ihrem Hund vor der Röntgenuntersuchung gar nicht richtig genießen können.
Das ist sehr schade! Überließe man einem Welpen die Möglichkeit
seinen Tagesablauf selbst zu bestimmen, man könnte sehr viel von ihm
lernen. Ganz sicher würde er den Anforderungen seines Körpers gerecht,
in dem er seiner Bewegungsfreude angepasst nachgibt.
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Am Rande
bemerkt: Wir wissen dass die Hüftgelenksdysplasie auch beim Menschen
weitaus häufiger verbreitet ist, als tatsächlich bekannt. Wer erinnert
sich nicht der Babys in den 80er Jahren, die mit Spreizhose in den
Arztpraxen anzutreffen waren?
(Selbst bei Katzen ist die HD schon lange bekannt.)
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Welche
Symptome können Anzeichen für eine HD sein?
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| Nur
sehr wenige Hunde mit Erbanlagen zur HD zeigen in der Regel im
Welpenalter Störungen, sei denn die Auswirkungen im Zusammenspiel von
mehreren “kranken” (nicht passenden) Genen, sowie aller möglichen
Umwelteinflüsse stehen in Verantwortung. Hier kann aber darauf
hingewiesen werden, dass der HD-Befund schwer nicht gleichbedeutend
gravierend ist. Es können immer mehrere Veränderungen, unabhängig
voneinander, ein Hüftgelenk beeinflussen, so dass die Auswirkungen auch
sehr unterschiedlich ausfallen. Es ist dann schon etwas verwirrend, wenn
Hund 1 mit HD-schwer problemlos ergraut, während Hund 2 bereits im 1.
Lebensjahr “krank” ist. Klinische Symptome variieren also nicht nur
in Abhängigkeit von dem HD-Befund/ Grad, dem Alter des Hundes und vom
Stadium der Krankheit, sondern auch von dem Gesamtbild eines Gelenkes.
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HD-schwer |
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Junge Hunde mit schwerer HD können in
besonderen, aber sehr seltenen Fällen bereits im Alter von 6 Monaten
eine starke Schmerzhaftigkeit zeigen, sofern sich z.B. die Hüftpfanne
so flach entwickelt, dass der Oberschenkelkopf keinen Halt findet. Die
„unkontrollierbare“ Bewegungsfreiheit wirkt sich schädigend auf die
gesamte Entwicklung des Gelenkes aus, da der Oberschenkelkopf schon bei
geringer Beanspruchung über seine „Pfanne“ hinaus gleiten kann und/
oder so die Nervenfasern der am Pfannenrand befindlichen Knochenhaut
reizt. Folge sind Entzündungen, dadurch bedingt Schmerzen, sowie frühzeitige
Veränderungen des Knorpelgewebes. |
| Bei
älteren Hunden lassen sich erste Symptome bei entsprechender Haltung
und Ernährung weit hinauszögern. Je früher eine HD erkannt und auf
sie, durch guten Muskelaufbau (Training) und gute Ernährung, eingelenkt
wird, desto besser sind die Voraussetzungen, selbst bei ungünstiger
Prognose, für ein angenehmes langes Leben. Es werden so sicher mehr
Hunde im hohen Alter auf Grund eines natürlichen Todes oder anderer
Erkrankung von ihren Besitzern gehen, als auf Grund der in ihrer Jugend
vielleicht diagnostizierten schweren HD. |
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Die so oft
geschilderten Symptome wie
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Instabiler
Gang, schaukelnder Rücken, Knacken und Klicken in der Hinterhand,
ausgedrehte Hinterbeine, schnelle Ermüdbarkeit, Hinsetzen beim
Spaziergang, etc… ,
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sind mehr
als irreführend, weil längst nicht immer mit einer unguten Hüftentwicklung
verbunden. So haben wir vor etlichen Jahren selbst das „Klicken“ der
Hüfte eines unserer Rüden als sehr bedrohlich empfunden. Das
HD-Ergebnis A1, bestätigte schließlich, dass alle Sorge umsonst war.
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| Alle
o.g. Symptome treten bei einem ausgewachsenen Hund vornehmlich bei
schwachem Bandapparat und schwacher Muskulatur auf. Das wiederum ist
nicht zwingend mit einem Hüftschaden verbunden. Hier denken wir wieder
an die Polygenie! |
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Es wurde
bereits vor Jahren ein Belastungstest zum Ausschluss einer HD
ausgearbeitet. Die Theorie: Ein Hund, der 15-20 KM an einem Stück am
Rad gelaufen ist, anschließend gleich problemlos eine Hürde nimmt, hat
eine gute Hüfte?!? Solche Theorien halte ich für höchst ungeeignet!
Schauen wir uns alleine unsere Hovawart-Hunde an. Was für einen
ausgewachsenen Rüden mit einem Gewicht von 35 KG möglich ist, muss längst
nicht für einen von 55 KG beherrschbar sein.
Und welcher Haus-Hof-Familienhund, ohne regelmäßiges Training,
legt mal eben locker einen „Spurt“ in der Intensität zurück?
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| Auffällig
bei Hunden mit schwerer
HD ist nicht einmal immer die Laufunlust, etc.. Sondern es läßt sich,
bereits in der Wachstumsphase, bei gut bewegten Hunden eine sehr starke
Brust- und Vorhandmuskulatur bei schwach ausgebildeter
Hinterhandmuskulatur beobachten. Solche Hunde zeigen ein starkes Bedürfnis
der Schonung nach einem längerem Auslauf, sowie ein erschwertes
Aufstehen nach der Ruhephase.
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Und
wenn die Hüfte nicht gesund ist?
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Was heißt
„gesund“? Man bezeichnet „Gesundheit“ als Zustand des
vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und
nicht die bloße Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechen!
Wie bereits erwähnt,
sind Hunde mit einem Befund von HD-leicht oder HD-mittel nicht in ihrer
„Lebensqualität“ eingeschränkt. Aber auch ein Hund mit HD-schwer
ist nicht krank, sei denn verschiedene ungünstige Faktoren treffen
hinzu, die eine gesundheitliche Beeinträchtigung darstellen. Hier soll
neben den genannten Anomalien des Hüftgelenks noch einmal speziell auf
die Faktoren hingewiesen werden, die von jedem Besitzer beeinflussbar
sind: schlaffes Bindegewebe, schlaffe Muskulatur, Übergewicht,
einseitige Ernährung, wenig Bewegung, wie starke Belastung der
Hinterhand durch „harte“ Sprünge, etc…..
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Da in den
vergangenen Jahren auf dem Markt eine Vielzahl von Futterzusätzen und
Präparaten zur Unterstützung des Skelett eines Hundes angeboten
werden, die in ihrer Wirkung ähnlich sind, soll nicht weiter darauf
eingegangen werden.
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| Ebenso
ist die Frage nach einer Operation nicht ohne Kenntnis der jeweiligen
Umstände zu beantworten. Oftmals ist eine Operation weder notwendig,
noch erfolgreich. Bevor ein solcher Schritt unternommen wird, sind viele
Fragen zu klären. |
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Muss
heute noch mit HD gezüchtet werden?
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Die HD zählt
nicht mehr zu den häufigsten Erkrankung des Bewegungsapparates beim
Hovawart. Dennoch, wie weit die Hüftgelenksdysplasie in der
Hundepopulation verbreitet war, und immer noch ist, lässt sich auch
heute daran messen, dass immer noch Zuchtvereine nicht in der Lage sind
den Anteil an Zuchttieren mit HD-leicht ganz aus ihrer Zucht zu
streichen. Das vorhandene Zuchtpotential erlaubt ihnen keine solch
rigorosen Maßnahmen. Es zeigt sich auf Grund dessen, dass der relativ
hohe Anteil an positiven HD-Befunden
in fast allen Rassehunde-Zuchtvereinen kaum reduziert werden kann.
Ausgenommen ist der Hovawart. Schauen wir uns als Beispiel die Zuchtbemühungen,
auch -bestimmungen, des Deutscher Retriever-Club an. Hier sind
Verpaarungen von HD-leicht x HD-Verdacht keine Seltenheit.
Dies
ist nur 1 Zuchtverein von vielen, der seine Zucht nicht unbedingt von
einwandfreien Hüften abhängig macht. Dennoch werden die meisten
Hunde auch dort, ohne Beeinträchtigung der Lebensqualität, trotz eines
positiven HD-Befundes, ein hohes Alter erreichen.
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HD-Verdacht |
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Erfahrungen
und Studien beweisen, dass lange nicht alle Hüften, die vom Ideal stark
abweichen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zeigen müssen. Auch
wenn alle geschilderten Fehlentwicklungen im Verlaufe der Zeit zu
degenerativen Veränderungen führen, ist das Ausmaß des tatsächlichen
“Schaden”, nämlich der “Behinderung” von Hund zu Hund sehr
unterschiedlich. Zum einen auf Grund einer „gesunden“ Haltung, zum
anderen empfindet jedes Lebewesen einen Schmerz in unterschiedlicher
Intensität. Dies erklärt, dass so mancher HD-schwer-Befund auf Grund
einer zufälligen Untersuchung zutage kommt, aber nicht weil
Gangwerksprobleme bestehen.
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| Warum
dann röntgen, wenn der Grad einer HD nicht wirklich aussagekräftig
ist? Wenn der Hund nie an Lebensqualität auf Grund einer
„schlechten“ Hüfte verlieren muss? Warum werden Einstufungen
vorgenommen, wenn die tatsächlichen Veränderungen innerhalb des
Gelenkes doch sehr unterschiedlich ausfallen? Also ist die Frage nach
einem Zuchteinsatz von Hunden mit positivem HD-Befund nicht generell für
alle Zuchten gleich zu beantworten. Dennoch sollte die Möglichkeit
einer Zuchtauslese hin zu guten Hüften ohne Frage immer im Vordergrund
stehen, soweit die Möglichkeit besteht. Es liegt in unserer
Verantwortung, auch zukünftig mit guten Hüften züchten zu können!
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Nach
welchen Kriterien werden die HD-Grade eingeteilt?
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| Mitte
der 60er Jahre erfolgte die Einstufung der Hüftgelenksbefunde nach
Gradeinteilung:
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Grad 0
= Gesunde Hüfte
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Grad I
= Der Oberschenkelkopf ist im Verhältnis zur Hüftgelenkspfanne
zu klein. Das bedingt einen zu weiten Gelenkspalt.
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Grad II
= Die Gelenkpfanne ist abgeflacht, der Oberschenkelkopf zeigt sich
unrund.
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Grad
III = Der
Oberschenkelkopf hat keinen Halt in der Pfanne und kann bei falscher
Einwirkung herausgleiten.
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| Grad
IV = Der
Oberschenkelkopf ist ausgerenkt. |
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| Da
diese Bewertung jedoch für einige Missverständnisse unter den
beteiligten Ärzten, Vereinen und Züchtern in In- und Ausland führte,
wurde in den 80er Jahren von einer FCI-Kommission eine genauere
Definition der Gradeinteilungen festgelegt:
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Grad 0
= A = frei - Beckenpfanne tief, Pfannenrand rund auslaufend,
Oberschenkelkopf kugelförmig, Sitz des Kopfes in der Pfanne tief,
Oberschenkelhals schlank vom Kopf abgesetzt, Gelenkspalt gleichmäßig
eng,
Norbergwinkel größer als 105°
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Grad I = B = Verdacht - leichte Abweichung vom normalen
Gelenk, unter Berücksichtigung eines korrekten Norberg-Winkel
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| Grad
II = C = leicht
- Beckenpfanne nach vorne abgeflacht, Passgenauigkeit von Gelenkkopf und
-pfanne weicht von der Norm ab, erste Anzeichen von Auflagerungen möglich,
Norberg-Winkel kleiner als 105° aber größer als 100°
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| Grad
III = D = mittel -
Gelenkkopf und -pfanne stimmen in Größe und Form nicht überein,
abgeflachte Beckenpfanne, Herausgleiten des Kopfes möglich, Arthrose/
Auflagerungen, Norberg-Winkel kleiner als 100° aber größer als 90°
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HD-mittel |
| Grad
IV = E = schwer
- auffällige Veränderungen an Gelenkkopf- und Pfanne, Herausgleiten
des Kopfes, schwere arthrothische Veränderungen in gesamten
Gelenkanteilen, Norberg-Winkel kleiner als 90°
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| Die
Unterteilungen der einzelnen Grade in A1 - A2 - B1 - B2 - etc. wird
nicht von allen Zuchtvereinen verlangt.
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HD-Befunde
sind leider auch von der
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"Fähigkeit“
des Röntgenarztes
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abhängig.
Die Aufnahme eines
schlecht gelagerten und/ oder falsch gestreckten Hundes wird nur ganz
selten eine korrekte Bewertung liefern. Leider kommen diese falschen
positiven Ergebnisse immer wieder vor!
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| Ich
erinnere mich, dass die erste HD-Untersuchung meines Rüden Astor uns
das unerfreuliche Ergebnis „HD-leicht“ brachte. Nur auf Grund der
Anmerkung des Auswerters (auf Grund falscher Lagerung), wurde ein
weiterer Tierarzt aufgesucht. Mit dem Ergebnis, HD-frei, konnten wir
zufrieden sein. Unsere 1. Hündin wurde 3 x geröntgt....... . Danach
waren wir klüger. |
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Hierzu
noch ein „frisches“, gravierendes Beispiel, das der Hovawart-Hündin
Indra. Ihre Hüfte wurde im Alter von 1 Jahr, 2 Jahren und 6 Jahren geröntgt.
Die 1. wie 2. Untersuchung wurde vom Haustierarzt durchgeführt, wobei
die 2. Untersuchung mit nicht weniger als 6 Aufnahmen(!!!) den
gleichen Befund wie die 1. erbrachte - HD-Verdacht. Die 3. Untersuchung,
durchgeführt von einem „fähigen“ Tierarzt, wurde auf Grund einer
erforderlichen Narkose nach einem Unfall, mit einbezogen. Hätte es
diesen Arztbesuch nicht gegeben, so wäre der korrekte Befund, HD-frei
A1, lediglich eine Vermutung geblieben.
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| Hier
beide Beispiele: |
HD-Verdacht (2001) |
HD-frei A1 (2007) |
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Aber auch
der
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„Blickwinkel“
eines Auswerters
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kann für
Verwirrung sorgen. Es hat schon immer Meinungsverschiedenheiten über
die Ansicht der verschiedenen Auswertungsstellen gegeben. Auch hier
brachten nicht nur die Erfahrungen der ersten Hovawart-Jahre Überraschungen.
Es ist noch gar nicht lange her, dass der zuständige Auswerter des VHH
sich 2005 in den Ruhestand begab. Der erste „Einsatz“ eines
Nachfolgers schockierte uns. Sein erster „Einsatz“: von 21
HD-Aufnahmen wurden lediglich 10 Hüften mit HD-frei bewertet. Wie
vermutet, entpuppten sich später alle HD-Verdacht-Fälle, nun Herrn
Prof. Saar zum Auswerten vorgelegt, als HD-freie A1-Hüften.
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Die
Einsicht:
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Es ist
immer wieder der Satz zu hören/ lesen: „Besteht der Hovawart denn nur
aus der Hüfte?“ Nein!!!!!!! Natürlich nicht!
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Dennoch,
eine gesunde Hüfte ist Voraussetzung für einen gesunden
Bewegungsablauf, für Freude am Spiel also am Laufen, Springen,
Herumtollen, ausgedehnte Spaziergänge, sportliche Betätigung. Ein
bewegungsfreudiger Hund leidet, wenn sein Kopf „ja“ sagt und sein
Skelett „geht nicht“ signalisiert. Unsere Hovis zeigen bis an ihr
Lebensende eine besondere Lebensfreude; so sie körperlich dazu in der
Lage sind.
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Es muss
nicht die „vollkommene“ Hüfte, nämlich HD-frei A1, eines Hundes so
sehr in den Vordergrund gestellt werden, da nur sehr wenige Hunde mit
einem positiven HD-Befund (HD-mittel oder -schwer) tatsächlich auffällig
(krank) sind und einer
Behandlung oder Schonung bedürfen.
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Schlussfolgerung:
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HD
ist eine an genetisch bedingte Veränderung/ Fehlentwicklung des Hüftgelenkes.
Somit müssen Hunde mit HD-Anlagen in einer Zucht erkannt werden, um mögliche
Vererber ausmachen zu können. Wir alle sollten uns hierfür
verantwortlich sehen; insbesondere der Verein, der Züchter und nicht
zuletzt jeder Welpenkäufer.
Copyright Inge Krümmel |
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