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31.01.2010

Impressum
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Der Deckakt
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Bei dem Vergleich der im
letzten Jahr veröffentlichten Zuchtanträge mit den tatsächlich
erfolgten Verpaarungen, kommt die Frage auf, warum gab es im
vergangenen Jahr so wenig Welpen im VHH? Zwar wird gelegentlich eine
geplante Verpaarung nicht durchgeführt, weil zeitliche/ berufliche
oder familiäre Probleme sich nicht mit einer liebevollen und
verantwortungsbewussten Aufzucht, wie von uns gewünscht, in Einklang
bringen lassen, also eine Entscheidung aus Vernunft. Jedoch fahren in
den meisten Fällen die Züchter mit ihrer Hündin voller Hoffnung
(Stress) zum „Auserwählten“ und hoffnungslos wieder nach Hause,
weil „es hat nicht geklappt“. Und dabei ist es doch eine ganz
„natürliche“ Angelegenheit?!
Sicher
natürlich! Aber leben unsere Hunde wirklich natürlich, nämlich von
der Natur geprägt? Sind
nicht gerade unsere „Familienmitglieder“ in ihrem Verhalten, ihren
Instinkten, somit auch in ihren Fortpflanzungsgewohnheiten sehr stark
beeinflusst und eingeschränkt in ihrer „Natürlichkeit“?
Beeinflussen wir Menschen nicht selbst maßgeblich unsere Hunde mit
unserem eigenen Verhalten?
Es könnte doch so einfach
sein!? Die Hitze unserer Hündin wird sehnsüchtig erwartet. Endlich,
sie markiert! Bald, ja bald. Oder auch nicht! Denn manche Hundedame
schafft es, ihre geplagten Menschen 6 Wochen und mehr auf die Folter
zu spannen. Oder sie „verschweigt“ ihre eingetretene Hitze, so
dass der angehende Züchter keine Angaben zum 1. Tag der Hitze machen
kann. Ihr Scheidenausfluss kann so gering oder hell sein, dass dieser
erst spät bemerkt wird. Oder aber die Hündin hält sich sehr
reinlich so dass „verdächtige“ Spuren beseitigt werden.
Also
wird, um wirklich den 1. Tag der Hitze nicht zu verpassen,
kontrolliert, kontrolliert, kontrolliert………. Und endlich, der 1.
Blutstropfen! Oder ist es vielleicht doch nur ein bisschen leicht
„getönter“ Ausfluss? Mit Argusaugen wird der Entwicklung überwacht.
Hund fragt sich „was ist los“. Mensch ist nicht wiederzuerkennen.
Aber endlich, ganz sicher, es ist soweit! Und nun ja nichts verpassen,
nichts falsch machen, nichts vergessen! Die Zuchtleitung informieren,
den Deckrüdenbesitzer, auch den Ersatzdeckrüdenbesitzer. Ist es
wirklich erst der 1. Hitzetag? War da nicht schon gestern auf dem
Boden etwas zu sehen? War der Nachbarsrüde nicht schon sehr auffällig?
Und was ist, wenn wir zu spät sind? Zu früh? Und wenn es nicht
klappt? Tage zählen! Vielleicht sollte schon mal ein Versuch
gestartet werden? Kann nichts schaden. Oder doch?
Es
werden Bücher gewälzt, das WWW durchforscht, telefoniert, geplant,
gerechnet….
Die ganze Familie steht Kopf. So ist es nicht? Oh doch, genau so! Es
ist aufregend schön. Und doch sehr anstrengend, besonders für die Hündin,
die nun einmal im Mittelpunkt steht.
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Wann
ist es endlich soweit? |
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Leider gibt es keine Regel, an
die sich jede Hündin hält. Selbst von einer Hitze zur nächsten kann
sich das Verhaltensmuster einer jeden Hündin, der Ablauf der Hitze,
die Länge des Proöstrus (Vorbrunst) und besonders des Östrus
(fruchtbare Phase) völlig unterschiedlich zeigen.
Wer seine läufige Hündin täglich
beobachtet, wird vielleicht an ihrem Verhalten den richtigen Decktag
erkennen. Leben mehrere Hündinnen in einer Gemeinschaft, zeigen sie
in der Hochbrunst untereinander gerne ein sehr auffälliges Benehmen
indem sie (mangels passendem Partner) ihre Begattungsbereitschaft
gegenseitig demonstrieren. Einige Hündinnen machen durch rüdenhaftes
Beinchenheben auf sich aufmerksam oder heulen, zum Leidwesen aller,
wie Wölfe. Sie verweigern die Nahrung, fressen wie ausgehungert, sind
sehr anhänglich - sehr aufmüpfig...... . Jedoch ist auch dieses
Verhalten nicht immer ernst zunehmen, wie oft genug bewiesen wird.
Für
so manchen Züchter ist der eigene, oder der befreundete Nachbarsrüde,
als Alarmanlage sehr hilfreich.
Oder
aber man verlässt sich auf die von Tierärzten angebotenen
Untersuchungen (Vaginoskopie und Progesteronbestimmung). Diese jedoch
sind nicht immer verlässlich und machen z.B. keinen Sinn, wenn die
fruchtbare Phase sich gerade einmal über 1-2 Tage erstreckt. Leider
erweisen sie sich, wenn nicht korrekt durchgeführt, als nicht
brauchbar.
Ebenso wenig verlässlich sind häufig
gemachte Angaben der verschiedensten Informationsquellen (Literatur,
Internet). Würde man sich auf gängige Regeln verlassen, die die
fruchtbaren Tage um den 11. bis 13. Tag der Hitze beschreiben, wären
wahrscheinlich 40% aller Hündinnen unfruchtbar, nämlich weil sie
schon am 8. oder aber erst am 18. Tag, oder noch später, deckbereit
sind.
Besonders
schwierig wird es, wenn Rüden und Hündinnen an mehreren Tagen bzw. während
der Vorbrunst Paarungsbereitschaft zeigen. Lässt sich unsere Hündin
schon einige Tage vor dem Eisprung belegen, wird die Enttäuschung groß
sein, denn der Züchter fährt nach vermeintlich erfolgreicher
Hochzeitsnacht in „trügerischer“ Hoffnung nach Hause. Wohl dem,
der seinen eigenen Deckrüden zur Verfügung hat.
So
zeigte sich unsere 1. Hovawart-Hündin Candy bereits am 10. Tag ihrer
Hitze
„mannstoll“. Sie mühte sich redlich unseren Rüden zu verführen,
der jedoch nicht an einem Rendezvous interessiert schien. Viele gute
Ratschläge von Züchtern und Zuchtleiter halfen uns da nicht weiter.
Wir hatten bereits unsere Wurfpläne begraben, als Astor am 16.
Hitzetag aktiv wurde. Dieser Wurf brachte 11 Welpen.
Unsere
2. Hündin Babsy überzeugte uns mit „ihrem Aufstand“, obwohl
unser eigener Rüde nicht sonderlich interessiert war. Nur weil sie
keine Ruhe gab, fuhren wir am 9. Tag der Hitze zum Deckrüden. Eine
der unromantischen Begegnungen, die keine 20 Minuten dauerte! Das
gleiche am 11. Tag. Als aber unser Rüde erst am 15. Tag liebeskrank
wurde, fuhren wir ein 3. Mal nach Wuppertal, mit Erfolg! Der Wurftag
bestätigte den letzten Decktag.
Unser
1. Rüde weigerte sich regelrecht, die im damals um den 11. Hitzetag
zugeführte Fremdhündin zu ehelichen. Der dann schließlich doch
durchgeführte Deckakt, war vermutlich mehr eine Verzweiflungstat. Während
die Hündin ihn ununterbrochen umgarnte, glaubten wir, ihm gut (eher
gefrustet) zuredeten zu müssen („Du weißt doch wie es geht? Stell
Dich nicht so an!……“). Diese Verpaarung brachte keine Welpen.
Hier wäre es besser gewesen, dem natürlichen Instinkt des erfahrenen
Rüden zu glauben und 2-5 Tage später einen weiteren Versuch zu
unternehmen.
Weitere
gravierende Unterschiede finden sich in der Dauer der Ovulation. Während
der Eisprung bei der einen Hündin auf 24 Stunden begrenzt ist, kann
er bei anderen Hündinnen über 4 bis 6 Tage ausgedehnt sein. Das
bedeutet, die Ovulation findet in einem länger angelegten Zeitraum
statt, die Hündin ist über diese ganze Zeit aufnahmefähig.
Jedoch
ist eine Belegung über viele Tage wenig sinnvoll, da dadurch die
Gefahr besteht, bei termingerechter Geburt untergewichtige Welpen in
einem Wurf zu haben.
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| Es
gibt nichts was unmöglich wäre! Sie sehen wie wichtig es ist, seine
Hündin selbst zu beobachten, und zwar bereits in den vorangegangenen
Hitzen!!
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| Bereits
einige Tage (bis zu 6 Wochen) vor der Hitze ändert sich das Verhalten
einer Hündin. Sie
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 | markiert
ihre Umgebung, indem sie gezielt auf Erhebungen wie Grasbüschel,
etc., häufiger kleinere Bächlein absetzt |
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 | wirkt
anhänglicher oder aufmüpfiger als normal |
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 | zeigt
sich futtermäkelig oder verfressen |
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 | ist
auffallend wachsam oder träge |
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 | ignoriert
Befehle oder mimt die Unterwürfige.
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| Diese
„Auffälligkeiten“ sollten einen Züchter aufmerksam machen. Schon
von dieser Zeit an wird einmal täglich mit einem sauberen Zewa oder
Tempo die Scheide auf evtl. Ausfluss kontrolliert (tupfen). |
| Gleichzeitig
beobachtet man die Scheidenbeschaffenheit (auch Nüsschen, Vulva oder
Scham). Sie ist
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bis
etwa 10 Tage vor der Hitze klein, schlaff und weich |
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 | während
der ersten Hitzetage stark angeschwollen, prall und hart |
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 | während
des Eisprungs (Paarungszeit) heiß, weich und faltig.
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| Der
Ausfluss ist im optimalen Fall |
 | in den
ersten 7-8 Tagen dunkelrot (venös). Danach |
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 | bis zum
Abschluss der Ovulation blassrosa (fleischwasserfarben), evtl. auch
gelblich-weiß, der optimale Deckzeitpunkt und |
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 | nimmt
zum Ende der Hitze wieder eine dunkelrote bis fast
schwarze Farbe an oder
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 | versiegt
gleich nach dem Östrus.
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| Die
Dauer der Hitze variiert so stark |
 | dass
die Angabe von etwa 3 Wochen und dem möglichen Decktag um den 11.
- 13. Tag der Hitze nicht zuverlässig ist.
(Trippelnde Schritte, hochgewölbter Rücken, zur Seite gebogene
Rute, lassen sich durch Kraulen im Bereich der Schwanzwurzel schon im
Anfangsstadion der Hitze auslösen. D.h. zur Bestimmung des optimalen
Deckzeitpunkt nicht bedeutend.) |
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Aber
wann ist es tatsächlich so weit?
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| Lassen wir unserem Liebespaar doch
einfach die Zeit. Jedes Lebewesen ist einzigartig und ist somit nur
bedingt an bestimmte Verhaltens- und Fortpflanzungsregeln gebunden.
Wir beobachten unser Hündin, ihr Verhalten, die o. erwähnten
Entwicklungsstufen und bemühen frühestens dann den Deckrüden und
seine Besitzer, wenn der Scheidenausfluss sichtlich heller wird. |
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Die
Ankunft bei dem Deckrüden |
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Es
ist selbstverständlich, dass der Deckrüdenbesitzer rechtzeitig, also
gleich am 1. Tag der Hitze informiert wird! Und ebenso verständlich
heißt es: „Mit vollem Magen arbeitet man (Hund) nicht!“
Nach
einer längeren Autofahrt sollte der Hündin erst einmal die Möglichkeit
geboten werden, sich bei einem Spaziergang zu entspannen und ihr Geschäftchen
zu verrichten, bevor sie ihr Partner begrüßt. Sobald sicher ist,
dass beide Hunde sich verstehen, überlässt man ihnen das Revier, hält
sie aber im Auge und wird fasziniert sein, von dieser liebevollen
Begegnung. Die Hündin wird umgarnt, beleckt, liebkost und genießt.........
Je nach Temperament (Trieb) kommt der Deckrüde gleich zur Sache. Oder
er versucht es zumindest. Ist die Umworbene bereit? Von ihm angetan?
Mag sie sein Temperament? Oder möchte sie liebevoll umworben werden?
Andererseits,
fragen wir den Rüden! Liebt er die feurige Dame, die ihn umgarnt,
dass ihm Hören und Sehen vergeht? Lässt er sich von einem
halbherzigen Drohen beeindrucken? Ist eine vollkommen neutrale Hündin
nicht attraktiv genug?
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| (Hierzu
sei angemerkt: Auch wenn es kaum praktiziert wird; bereits lange vor
der einsetzenden Hitze sollte und kann getestet werden, ob ein Pärchen
kooperativ ist/ sein wird. Auch unsere Hunde haben Vorlieben und
Abneigungen. Was absolut nicht passen will, sollte akzeptiert werden.
So mancher empfindsame und sexuell weniger aktive Rüde wird sich
durch eine freche „Göre“ einschüchtern lassen. Ebenso wie eine
zurückhaltende oder auch ängstliche Hündin regelrecht die Flucht
ergreift, bzw. zum Angriff übergeht, wenn ihr der Liebhaber aufs
„Fell“ rückt.) |
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| Es gibt einige „Naturtalente“, die
gleich ihren 1. Deckakt wie alte Routiniers durchführen. Sicher
ist dies aber eher die Ausnahme. |
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| Nach
mehr oder weniger langem Vorspiel, dessen Länge sich nach Temperament und Ausdauer beider Partner richtet, zu dem
auch das gegenseitige Besteigen des Partners, mal von vorne, von
hinten, von der Seite, als müsse man sich erst einmal einüben gehört,
werden beide Hunde ruhiger. Die Hündin zeigt sich begattungsbereit,
sobald sie mit gesenktem Kopf, leicht hochgewölbtem Rücken, seitlich
abgewinkelter Rute und angehobener Scheide das Aufreiten des Rüden
duldet. Erfahrene Hündinnen helfen durch verschiedene Gesten, ihrem
unerfahrenen Liebhaber die richtige Position zu finden (oder aber sie
schicken ihn entnervt zum Kuckuck). Sobald diese stimmt, umklammert
der Rüde mit beiden Vorderläufen die Lenden der Hündin. Die Hinterläufe
stehen seitlich außerhalb deren Hinterhand. Er zieht sie so weit zu
sich heran, dass sein Kopf auf ihren Schultern zu liegen kommt.
Gleichzeitig sucht er mit seinem Penis die Scheidenregion der Hündin
ab, um nach einigen Stößen, die durch trippelnde Bewegungen seiner
Hinterhand begleitet werden, einzudringen. Auch wenn ein Eingreifen
der Besitzer meist nicht nötig wird,
sollten beide „sprungbereit“ sein, da manche Hündin das
Anschwellen der Schwellkörper am Glied des Rüden, sowie der
Schwellkissen in ihrer Scheide als sehr unangenehm empfindet.
Beide Hunde werden, sofern erforderlich,
vorsorglich am Halsband festgehalten, gelobt und ruhig angesprochen,
da der Versuch sich loszureißen beiden Deckpartnern schwere
Verletzungen zuführen kann. Nach kurzer Zeit steigt der Rüde
„während des Hängens“ vom Rücken der Hündin, indem er beide
Vorder- und 1 Hinterläufe auf eine Seite der Hündin stellt um Becken
an Becken (Po an Po) den Deckakt zu beenden. Während dieser Phase
zeigen die Paare ein recht unterschiedliches
Verhalten: |
 | Sie
stehen völlig entspannt |
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 | wie
desinteressiert still, |
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 | oder
drehen sich fortwährend langsam im Kreis. |
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 | Es wird
geseibert, gestöhnt, oder gejammert, |
|
| bis
sich schließlich die Schwellkörper zurückgebildet haben und somit
das Trennen ermöglichen. In der Regel sind erst einmal beide Hunde
mit dem Putzen ihres Geschlechtes beschäftigt. Jedoch muss so manche
Hündin anschließend „Luft ablassen“ und saust
„unkontrolliert“ durch den Garten, ohne auf herumstehende Menschen
Rücksicht zu nehmen. Da ohnehin nun erst einmal die Hündin am
Pippimachen gehindert werden soll, ist es ratsam, sie „ganz
unromantisch“ gleich an die Leine und ins Auto zu nehmen. Der Papa
in Spe wird ausgiebig für seine „Arbeit“ gelobt und hat sich ein
besonderes Leckerle verdient. Ob es unbedingt notwendig ist, eine
Liebesnacht so drastisch zu beenden, wird niemand genau sagen können.
Hier gehen die Meinungen weit auseinander. Keine wildlebende Hündin würde
sich nach dem Deckakt zur Ruhe begeben und trotzdem aufnehmen.
Andererseits wird sie sicher über mehrere Tage belegt, was bei
getrennt lebenden Partnern nur selten möglich ist.
Unsere eigenen Hündinnen stürmten bisher immer gleich ab in Richtung
Auto und schliefen während der Heimfahrt ganz entspannt, was ihnen
zustand. |
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Deckschwierigkeiten |
| Neben den bereits genannten, wie z.B. |
 | der
falsche Zeitpunkt (zu früh - zu spät) |
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 | Sympathie |
|
| sind
auch weitere Faktoren zu erwähnen, die einen Deckakt unmöglich
machen, wie z.B. |
 | hormonelle
Störungen |
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 | körperliche
Mängel (Bandscheibenvorfall, Arthrose, Scheidenvorfall,
Penisknochenverkrümmung, etc.) |
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| Ganz
wesentlich ist die Auswahl des Verpaarungsortes von Bedeutung. Hier
ist der Wohnort (das Reich) des Rüden immer die 1. Wahl, da der Rüde
dort als Hausherr „regiert“, somit nicht erst seine Überlegenheit
in frage gestellt wird. Jedoch spielt auch hier die Rangordnung des Rüden
eine bedeutende Rolle, sofern in seiner Familie weitere Hunde leben,
er selbst keinen „hohen Rang“ besitzt. |
| Auch
kann die Anwesenheit weiterer Hunde im nahen Umfeld einen Deckakt
vereiteln.
Ebenso wenig eignet sich ein großer eigener Garten, wenn
dieser an einer stark besuchten Strasse liegt und ständiger Publikumsverkehr
stört. |
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| Die Psyche eines jeden Hundes muss heute
besonders berücksichtigt werden. Wir können unsere Hunde nicht mehr
mit ihren wildlebenden Ahnen vergleichen, die ihr ganzes Leben in
einem gemeinsamen Rudel verbringen und somit der
„Partner“ ähnlich sozialisiert und vertraut ist. Was
Verhaltensforscher in ihren Studien unter Wölfen entdeckten, ist in
der Hundezucht kaum realisierbar; dem
eigentlichen Deckakt gehen viele Tage mit Paarungsspielen voraus. Wer
selbst ein Hundepärchen in seinem Haus hält, kann dies bestätigen!
Bereits einige Tage vor der Hitze wird die Hündin fleißig von ihrem
Liebhaber umworben, „gepflegt“ und nicht aus dem Auge gelassen
(Wir lassen unseren Hunden, bis zu den sog.
fruchtbaren Tagen, dieses sichtliche Vergnügen.). Aber wann hat ein
Hundepaar tatsächlich diese Möglichkeit?
Auch ist nachgewiesen, dass Wölfe eine lebenslange Bindung mit
einem Partner eingehen. Dieses „Erbgut“ dürfte auch heute noch
mit von Bedeutung sein. Einige Züchter halten vorzeitige Besuche bei
dem ausgewählten Deckrüden für unnötig und sind dann enttäuscht,
wenn die „Chemie“ nicht stimmt. Schließlich wird der Deckrüde für
diese Miesere verantwortlich gemacht, weil er offensichtlich nicht
kapiert, was man von ihm erwartet!? Unsere Hündin möchte vielleicht
ausgiebig umworben werden und weist jeden feurigen Liebhaber ab.
Vielleicht gefällt ihr ausgerechnet DER Rüde nicht! Schließlich hat
auch ein Hovawart-Mädchen ihren eigenen Kopf. |
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| Aus
dem „Praktischen Ratgeber - Hunde züchten (Frank Jackson)“ bietet
sich folgender Absatz an: Es ist wichtig, dass junge Hunde das tief
verwurzelte Verhalten praktizieren, entwickeln und perfektionieren können...
Für die Zucht ausgewählte Rüden sollten die Fähigkeit entwickeln,
Bindungen zu anderen aufzubauen und ihren Platz in solchen Beziehungen
zu behaupten, ohne aggressiv zu werden.
Dies entspricht dem typischen Rudelverhalten, das wir unseren
Hunden kaum bieten können, in
ihrem menschlichen Rudel, viel von ihrem Sexualinstinkt eingebüßt.
Diese sexuelle Passivität wird gerne von Kynologen als Mangel
abgetan, der in der Zucht unerwünscht ist, da vererbbar. Jedoch
halten wir uns vor Augen, dass die meisten Hunde (etwa 95%) niemals
zum Zuchteinsatz kommen und diese, weil sexuell eher passiv, als
Freund und Begleiter, Haus- und Familienhund, viel angenehmer
auftreten und zu halten sind, als ein stets über beide Ohren
verliebter Vierbeiner, der jede Gelegenheit wahrnimmt seinen „Gefühlen“
zu „folgen“. Wobei kein Geschlecht eine Ausnahme macht. |
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| Wir erwarten heute von unseren Hunden
ein sehr gutes Sozialverhalten in der Familie, im gesamten Umfeld und
im täglichen Umgang mit anderen Artgenossen. Unsere Züchter ziehen
ihre Welpen mit sehr viel Sorgfalt auf und unterbinden, schon in der
Kinderstube, evtl. auftretende Machtkämpfe, womit der „natürliche
Instinkt“ unterbunden werden soll. Die Welpen lernen so, wenn die
Natur ihnen nicht gleich eine hohe Hemmschwelle mitgegeben hat, schon
in der Welpenkiste den harmonischen Umgang mit ihren Geschwistern. Das
Gelernte hilft ihnen und ihren neuen Besitzern, sich im Umgang mit
allen Lebewesen zurechtzufinden. Denken wir an die ersten Attacken,
die der Welpe in seinem neuen Zuhause startet: Nicht aus Aggression,
sondern weil es seine Art ist, so die Welt zu entdecken! Zu spielen!
Denken wir auch an unsere erzieherischen Eingriffe! Dann verstehen
wir, warum ein noch unerfahrener Rüde seine Liebesgefühle
„vergisst“, wenn seine ebenso unerfahrene Angebetene sich
quietschend seinen Annäherungsversuchen entzieht (für ihn DAS Signal
zum Abbruch). |
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In einigen Hundezüchtungen (bestimmte Rassen) ist ein Deckakt nur mit
Maulkorb möglich, da beide Partner auf Grund ihres aggressiven
Verhalten, selbst in dieser Situation unberechenbar sind. Eine solche
Handhabe ist unverantwortlich! Sie schadet einer
Zucht, der Rasse, weitaus mehr (vererbte Aggressivität!), als ein
gelegentlich ausfallender Deckakt. |
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Zuletzt
schließlich beobachten wir die „Statisten“. Wie verhalten sich die
Besitzer? Sind sie immer vernünftig? Für die Hunde verständlich? Ist
ihnen
bewusst,
dass sie vielleicht selbst den Deckakt vereiteln?
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So
mancher angehende Züchter ist in der Sorge um seine Hündin und oft in
seiner Ungeduld mehr als hinderlich. Und der unerfahrene Deckrüdenbesitzer?
(Ich spreche aus eigener Erfahrung als Züchter und Deckrüdenbesitzer!)
Die Enttäuschung ist ihm ins Gesicht geschrieben! Seine Stimme
schwankend! Will er nicht? Kann er nicht? Ist er zu doof dazu? Man
redet dem Brautpaar „gut zu“, läuft bis in die hintersten Winkel
des Gartens hinterher, äußert sich laut
begeistert, dass es fast und beinahe geklappt hätte,
oder stöhnt enttäuscht laut auf, weil es denn doch nicht so ...... und
bringt „den Dummkopf“ schließlich ganz um jedes Interesse, weil er
unsere Enttäuschung missversteht.
Deckrüdenbesitzer,
die bereits derartige Erfahrungen hinter sich haben, bestehen gerne
darauf, das Paar für mehrere Tage sich selbst zu überlassen. Sicher
eine weise Entscheidung. Nur, wer will seinen Familienhund ganz sich
selbst oder fremden Händen überlassen? Außerdem kann ein solches
Vorgehen sich für alle zukünftigen Autofahrten oder Reisen negativ auf
das Verhalten der Hündin auswirken.
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| Der
Deckakt! Die natürlichste Sache der Welt, wenn wir der Natur eine
Chance lassen! |
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Copyright Inge Krümmel |
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